Vorstellung des Sicherheitsberichtes 2017

Weniger Straftaten, mehr Aufklärung: Positive Bilanz der Göttinger Polizei 

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Sorgen für die Sicherheit der Bürger (von links): Bernd Wiesendorf, Uwe Lührig, Christian Müller-Henke und Thomas Rath bei der Vorstellung des Sicherheitsberichtes 2017. 

Göttingen. Die Menschen im Landkreis Göttingen dürfen sich sicher fühlen. Es gab 2017 weniger Straftaten und gleichzeitig mehr Aufklärung. Die Polizei zieht eine positive Bilanz. 

Das ist das Fazit des Sicherheitsberichtes 2017, den Polizeidirektion und -inspektion Göttingen am Mittwoch vorstellten.

„Unser großes Ziel, die Anzahl der Straftaten zu senken, haben wir 2017 erreicht. Zugleich ist unsere Aufklärungsquote gestiegen“, betonte Polizeipräsident Uwe Lührig. In der gesamten Polizeidirektion Göttingen, die sich im Norden fast bis Bremen erstreckt, wurden 2017 genau 72 798 Straftaten registriert, das waren 6194 weniger als 2016. Die Aufklärungsquote stieg von 62,6 Prozent auf rund 64 Prozent.

Niedrigste Fallzahlen seit mehr als zehn Jahren

Ähnlich sehen die Zahlen für den Bereich der Polizeiinspektion Göttingen (Altkreis Göttingen) aus. Hier stieg die Aufklärungsquote auf 61,4 Prozent, etwa 2000 Straftaten weniger als 2016 registrierte die Inspektion. Für den leitenden Polizeidirektor Thomas Rath lag das insbesondere an der „deutlichen Reduzierung im Bereich der Ausländerkriminalität“. Das führte zu den niedrigsten Fallzahlen seit mehr als zehn Jahren.

Mit der Vorstellung des Sicherheitsberichtes will die Polizei in den Dialog mit der Öffentlichkeit treten und das Sicherheitsempfinden der Bürger stärken. Und so betonten Lührig, Rath und Polizeivizepräsident Bernd Wiesendorf mehrfach die Wichtigkeit der Präventionsarbeit. Die Bereiche Islamismus/Salafismus, Wohnungseinbrüche und Cyber-Kriminalität stehen dabei ganz besonders im Fokus.

Kernaufgabe: Bekämpfung von islamistischem Terrorismus

Eine Kernaufgabe der Kriminalitätsbekämpfung war auch 2017 der islamistische Terrorismus. Hier hatte die Polizeidirektion mit der Festnahme von zwei Göttinger Gefährdern, der Festnahme eines Northeimer Salafisten und der Durchsetzung des Verbotes gegen den „Deutschsprachigen Islamkreis Hildesheim“ (DIK) Erfolge zu verbuchen.

Laut Wiesendorf gibt es mit den Städten Göttingen und Hildesheim zwei „Hotspots“ der islamistischen Szene im Bereich der Polizeidirektion. Etwa 30 von landesweit 70 Gefährdern sind in diesem Gebiet registriert, ein leichter Anstieg gegenüber 2016. Das erfordere eine enge Zusammenarbeit mit dem Staats- und Verfassungsschutz. Bei konkreten Gefährdungen reagiere die Polizei sehr schnell und ziehe auch Personal aus anderen Bereichen ab, so Wiesendorf.

Im Bereich des Einbruchdiebstahls verkündete die Polizei erfreuliche Rückgänge, die Uwe Lührig auch mit der Einrichtung der „Koordinierungsstelle Eigentum“ erklärt. Laut Thomas Rath zeigen auch die verschiedenen Präventionsmaßnahmen zum Einbruchschutz Wirkung. So blieben erstmals fast die Hälfte aller Einbrüche im Altkreis Göttingen im Versuchsstadium stecken.

Weniger politisch motivierte Gewalt

Uwe Lührig, Präsident der Polizeidirektion Göttingen, ist sich sicher: „Ich bin fest davon überzeugt, dass 2017 ein erfolgreiches Jahr für die Polzeidirektion (PD) Göttingen war.“ Ein extremer Rückgang war im Bereich der linksextremistisch motivierten Straftaten zu beobachten. Hier sank die Zahl der Taten von 343 im Jahr 2016 auf 128. Die Polizei registrierte auch 45 weniger Gewalttaten von Rechten: insgesamt 246. 

Damit wurde 2017 wieder das langjährige Niveau der Polizeidirektion erreicht. Die hohen Fallzahlen 2016 seien laut Polizei „nahezu ausschließlich“ auf Veranstaltungen des damaligen Freundeskreises Thüringen Niedersachsen im Bereich der Polizeiinspektion Göttingen zurückzuführen gewesen. Thomas Rath, Leitender Polizeidirektor, betonte, dass die Veranstaltungen der rechten Szene in Göttingen „sehr, sehr viel Kraft“ kosten würden. 

Im Zusammenhang mit dieser Thematik widerlegte Polizeipräsident Lührig die Behauptung, Flüchtlinge würden für einen Anstieg der Straftaten sorgen: „Personen mit Flüchtlingsstatus tauchen bei uns in der Statistik nicht signifikant häufiger auf als andere.“ 

Mehr Ressourcen für Cyber-Kriminalität

Immer mehr Raum in der Polizeiarbeit nimmt die Kriminalität im Internet ein. In der Cyber-Crime-Spezialeinheit der PD Göttingen sind 40 Mitarbeiter im Einsatz, „mit steigender Tendenz“, wie Lührig betont. Darunter sind auch IT-Spezialisten, die insbesondere für die Erkennung der Straftaten im Internet wichtig sind. Denn nur etwa 15 Prozent der im Web begangenen Delikte werden angezeigt. 

Auch wenn die PD Göttingen bei der Bekämpfung der Cyber-Kriminalität Vorreiter in Niedersachsen ist, zeigt das Dunkelfeld von etwa 85 Prozent, dass auf die Polizei in diesem Bereich in den kommenden Jahren noch viel Arbeit zukommt.

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