Möglicherweise schon ab kommendem Jahr

Göttinger Polizeiführung will Streifen mit Bodycams

+
Eine Bodycam: Die Körperkamera kann einen Polizeieinsatz filmen. Solche Kameras sind bereits in Hildesheim im Einsatz

Göttingen. Schon im kommenden Jahr könnten Körperkameras, die Polizisten bei ihren Streifengängen tragen, auch in Südniedersachsen zum alltäglichen Bild gehören.

Die Göttinger Polizeiführung wünscht sich die flächendeckende Einführung.

Allerdings muss darüber abschließend noch das Innenministerium entscheiden. Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig geht davon aus, dass in der Uni-Stadt die Technik zum Einsatz kommen wird. Für den Einsatz in Hann. Münden oder Northeim gibt es noch keine konkreten Planungen.

Derzeit sind drei von landesweit 20 Bodycams, die Polizeieinsätze filmen können, in Hildesheim im Einsatz. Das Pilotprojekt ging Ende März zu Ende.

Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig

Und: Die Erfahrungen sind positiv, wie die Göttinger Polizeiführung bereits an das Innenministerium gemeldet hat. „Die Kameras haben einen hohen technischen Standard. Sie haben eine abschreckende Wirkung bei eskalierenden Situationen im Polizeialltag“, berichtet Lührig über die Erfahrungen der Beamten beim praktischen Einsatz der Kameras. Nach Einschätzung des Präsidenten werden damit zukünftig gewalttätige Übergriffe auf Polizisten verhindert. Auch die Führungskräfte und die Polizeibeamten des Hildesheimer Einsatz- und Streifendienstes bewerten die Bodycams ausdrücklich als „positives Einsatzmittel“. Die Kamerasysteme bleiben im Bestand der Polizei und werden weiterhin bei Streifenfahrten sowie bei Einsätzen benutzt.

Bevor die Kameras in Hildesheim eingesetzt wurden, gab es eine spezielle Ausbildung. Erkennbar sind die Polizisten an gelben Überziehwesten mit der Aufschrift „Videoaufzeichnung“. Außerdem ist der kameraführende Beamte dazu verpflichtet, die Kameraaufzeichnung im Vorfeld anzukündigen. 

Mehr moderne Technik hält bei der Polizei Einzug

Tablet-Computer: Darüber können beispielsweise Halter von Fahrzeugen während der Streife abgefragt werden.

Neben den Körperkameras hält auch andere moderne Technik bei der Polizei Einzug. So hat die Göttinger Direktion etwa 100 Tablet-Computer im Einsatz. Sie bieten vielfältige Möglichkeiten und werden von den Beamten bei Einsatz- und Streifenfahrten mitgenommen.

Anfrage per Funk

Ein Beispiel: Wollte der Beamte den Halter eines Autos ermitteln, so musste er dies über Funk anfragen. Inzwischen reicht die Eingabe des Kennzeichens am Tablet-Computer. Schon im nächsten Moment spuckt das Elektronengehirn, das über Datenfunk an den Polizeicomputer angeschlossen ist, den Namen des Halters samt Adresse aus.

Fahrzeugdaten online

Doch damit nicht genug: Im gleichen Moment bekommt der Beamte den Fahrzeugschein mit sämtlichen Eintragungen angezeigt. Außerdem verrät eine automatische Abfrage, ob der Halter des Wagens eventuell von der Polizei gesucht wird. Außerdem sind die Streifenwagen inzwischen mit Digitalfunk ausgerüstet.

Vorteile

Lesen Sie hier einen Kommentar zum Thema.

Zwei Vorteile: Das System ist abhörsicher und meldet automatisch den Standort des Wagens an die Polizeileitstelle in Göttingen. Die Information wird am Bildschirm angezeigt, und der Disponent kann dann den Funkwagen einsetzen, der den kürzesten Anfahrtsweg hat. Dabei spielen Kreis- beziehungsweise Inspektionsgrenzen keine Rolle. So können Northeimer Streifenwagen auch im Göttinger Bereich unterwegs sein und umgekehrt.

Die Beamten in der Göttinger Polizeileitstelle „Weser“ haben jede Menge zu tun. Allein 2016 gingen dort etwa 82.000 Notrufe ein. Das sind durchschnittlich mehr als 220 am Tag.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.