Göttinger Professor: Zahnspange hilft auch vielen Erwachsenen

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Die Zahnspange: Sie kann auch für Erwachsene im fortgeschrittenen Alter ein wichtiges Mittel der Therapie sein. Das Bild zeigt Modelle in Regenbogenfarben.

Göttingen. Die Poliklinik für Kieferorthopädie an der Universitätsmedizin Göttingen hat mit Prof. Dr. Philipp Meyer-Marcotty einen neuen Chef. Er übernahm die Position von Prof. Dr. Dietmar Kubein-Meesenburg, der in den Ruhestand ging.

Mit dem Amtsantritt von Prof. Meyer-Marcotty verlagern sich die Schwerpunkte in der Krankenversorgung und in der Forschung der Kieferorthopädie an der UMG. Neue Schwerpunkte in der Krankenversorgung sind die kieferorthopädische Versorgung von Erwachsenen und von Säuglingen.

In der Forschung befasst sich der neue Direktor mit der Entwicklung von neuen kieferorthopädischen Behandlungsstrategien für Menschen jeglichen Alters. Dabei bleibt die Arbeit der Poliklinik für Kieferorthopädie eng vernetzt mit den anderen zahnmedizinischen und medizinischen Einrichtungen an der UMG.

„Die Zahnspange ist auch für über 50-Jährige ein Mittel der Therapie, wenn es darum geht, Folgen von Zahnverlust, Knochenschwund oder Zahnfleischentzündungen funktional und ästhetisch zu korrigieren“, sagt Prof. Dr. Meyer-Marcotty.

Zahnfehlstellungen

Der Kieferorthopäde ist Experte für die Behandlung von schwergradigen Zahnfehlstellungen bei Erwachsenen. Solche Fehlstellungen können als Folge nach einer ausgeprägten Zahnfleischentzündung auftreten. Der neue Direktor der Kieferorthopädie an der UMG setzt auf moderne Techniken. „Minischrauben im Kieferknochen, Segmentbehandlungen und besondere Befestigungsstrategien machen heutzutage eine Korrektur von Zahnfehlstellungen schnell und nahezu unsichtbar möglich“, sagt Prof. Dr. Philipp Meyer-Marcotty.

Ein weiterer Schwerpunkt des Kieferorthopäden ist die Versorgung von Patienten mit erheblichen Kieferfehlstellungen. Bei der Behandlung arbeiten die Kieferorthopäden mit den Kieferchirurgen der UMG Hand in Hand.

Prof. Dr. Philipp Meyer-Marcotty

Prof. Meyer-Marcotty möchte dabei den Anteil seines Fachs möglichst schonend und von kurzer Dauer halten. Dazu gehört eine virtuelle Planung mit dreidimensionaler Bildgebung. Einzelne Behandlungsschritte können so zunächst simuliert und im Anschluss daran die weiteren Behandlungsschritte optimal umgesetzt werden. (bsc)

Kontakt: Universitätsmedizin Göttingen, Poliklinik für Kieferorthopädie, Prof. Dr. Philipp Meyer-Marcotty, Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen, Tel. 0551/39-8616, E-Mail: philipp.meyer-marcotty@med.uni-goettingen.de, www.med.uni-goettingen.de

Studium in München und Facharzt für Kieferorthopädie

Prof. Dr. Philipp Meyer-Marcotty kommt aus Niedersachsen. Er wurde 1975 in Stadthagen bei Hannover geboren.

Das Studium der Zahnmedizin hat er in München an der Ludwig-Maximilians-Universität absolviert. Die Weiterbildung zum Facharzt für Kieferorthopädie machte er in München und in Würzburg.

Seit 2007 war er an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg tätig, zunächst als Oberarzt, dann als Leiter der kieferorthopädischen Sektion eines interdisziplinären Zentrums für „kraniofaziale Fehlbildungen“, zuletzt als Leitender Oberarzt an der Poliklinik für Kieferorthopädie.

2010 habilitierte er sich mit einer Arbeit über „Computerbasierte 3D-Detektion von Asymmetrien der Gesichtsweite und deren Einfluss auf die visuelle Perzeption bei Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten“ und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Kieferorthopädie.

Vor der Rufannahme auf die Universitätsprofessur in Göttingen lehnte er 2013 einen Ruf auf den Lehrstuhl für Kieferorthopädie an der Universität Jena ab. 2014 war er auf Platz eins für eine Professur im „Department of Orthodontics“ an der Universität Bergen in Norwegen gesetzt.

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