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Projekt in Göttingen will Mittelständlern bei der Digitalisierung helfen

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Von: Michael Caspar

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Digital-Hub-Werkstatt mit Hightech-Geräten: Nils Brunnert mit einem handgeführten Shaper zum Schneiden und Fräsen von Holz.
Göttinger Digital-Hub-Werkstatt mit Hightech-Geräten: Nils Brunnert mit einem handgeführten Shaper zum Schneiden und Fräsen von Holz. © Michael Caspar

Digitalisierung ist überall. Ein öffentlich gefördertes Projekt in Göttingen will Mittelständlern bei der Umstellung helfen.

Göttingen - Vor allem jungen Unternehmern und mittelständischen Unternehmen die Chancen der Digitalisierung aufzeigen, ihnen die nötige Technik bereitstellen und sie mit Gründern ins Gespräch bringen, das will Göttingens neuer DigitalHub (digitaler Knotenpunkt).

Mit der Digitalisierung entstehen neue Geschäftsmodelle und innovative Produkte, die die Welt grundlegend verändern, erklärte der Göttinger Unternehmensberater Felix Dossmann bei der Eröffnungsfeier an der Friedrichstraße 3-4. So bricht mit der Zunahme des Online-Shoppings dem innerstädtischen Einzelhandel die Kundschaft weg. Weil Menschen ihre Geldgeschäfte zunehmend übers Smartphone erledigen, schließen Banken ihre Filialen. Weil Singles über Portale einen Partner sehr gezielt suchen können, verlieren Clubs für sie an Bedeutung. Die Nutzung künstlicher Intelligenz verändert Arbeitsprozesse erheblich.

Unternehmensberater Dossmann über die Veränderung der Wirtschaftswelt

Diese digitale Transformation der Wirtschaft droht an Mittelständler vorbeizugehen, die oft im Tagesgeschäft versinken, warnte der Unternehmensberater Dossmann, selbst StartUp-Gründer, auch mit dem nachhaltigen Logistikunternehmen „Grünfuchs“ in Göttingen.

Damit die Unternehmer nicht am Ende Opfer der Entwicklung werden, will ihnen das DigitalHub einen leichten, schnellen Zugang zu digitalem Wissen öffnen, erläuterte Jonas Brunnert vom Hub-Team. Unternehmer und ihre Mitarbeiter können im neuen Mulitmediastudio erste Erfahrungen mit Livestream-Veranstaltungen (live im Internet ausgestrahlten Veranstaltungen) sammeln, sich beim Durchführen von Webinars (Online-Schulungen) helfen lassen oder Podcasts (übers Internet abrufbare Video- oder Audiobeiträge) erstellen.

High-Tech-Werkstatt mit 3-D-Drucker im Startraum-Gebäude in Göttingen

m Keller von Göttingens einstigem Postgebäude ist eine Hightech-Werkstatt entstanden. „Teuerstes Gerät ist ein fast 500 Kilogramm schwerer Lasercutter zum Gravieren und Fräsen, der mit einem Autokran hereingehoben wurde“, berichtet der technische Unterstützer, Nils Brunnert. Es gibt einen 3D-Drucker, der dreidimensionale Objekte aus Kunststoff erstellt. Mit einem handgeführten Shaper, der Ungenauigkeiten ausgleicht, lässt sich computergesteuert Holz schneiden und fräsen.

Auch Schulungen in IT-Sicherheit und Datenauswertung

Nutzer können sich mit digitaler Produktentwicklung, Virtual Reality und Robotik befassen oder sich in Bereichen wie Data Science (Datenauswertung), E-Learning (digitales Lernen), IT-Security (Datensicherheit) oder rechnerunterstütztem Design schulen lassen. Es gibt einen mit Laptops ausgestatteten Schulungsraum, den Mittelständler nutzen dürfen, sagt der technische Unterstützer, Simon Richter. Moderne Konferenztechnik ermöglicht Hybridveranstaltungen.

Coworking-Space Startraum ist Ort für Digital-Hub

Angesiedelt ist der Digital Hub beim Coworking-Space StartRaum. 140 Personen, darunter viele Gründer, nutzen an der Friedrichstraße komplett ausgestattete Plätze zum ungestörten Arbeiten. Für die Einrichtung des Hubs warb der StartRaum gemeinsam mit der städtischen Wirtschaftsförderung GWG 198.000 Euro Fördergelder ein, sagte GWG-Geschäftsführer Jens Düwel. (Michael Caspar)

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