Göttinger Projekt "Mittendrin": Trotz Handicap Erfolg im Beruf

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Mit dem ersten Jahr zufrieden: Die Mittendrin-Projektpartner (von links) Gero Geißlreiter (erster Kreisrat Osterode), Dietmar Linne (Beschäftigungsförderung Göttingen), Barbara Jahns-Hasselbach (Projekt Mittendrin), Göttingens Stadtrat Siegfried Lieske, Landrat Bernhard Reuter, Anja Newby-Fraser und Klaus-Dieter Glaeser (beide Agentur für Arbeit Göttingen).

Göttingen. Vor einem Jahr ging das Projekt „Mittendrin“ der Agentur für Arbeit Göttingen an den Start, mit dem die Jobchancen für schwerbehinderte Menschen verbessert werden sollen. Die erste Bilanz fällt positiv aus.

„Trotz der guten auf dem Arbeitsmarkt haben sich die Chancen für Menschen mit Handicap kaum verbessert“, sagt Arbeitagentur-Geschäftsführer Klaus-Dieter Gläser. 2015 sei die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Göttingen um 5,4 Prozent gesunken, bei den Schwerbehinderten dagegen nur um ein Prozent.

Konkretes Ziel

„Konkretes Ziel von Mittendrin ist daher die Beratung und Integration der Teilnehmer in den ersten Arbeitsmark“, sagt Glaeser. Im Laufe des dreijährigen Projektes würden 210 Schwerbehinderte unterstützt. „Davon sollen nach unseren Erwartungen mindestens 70 Teilnehmer in Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden“, so Glaeser weiter. Die Aussichten, dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, seien gut. „Bis heute haben bereits 160 Menschen an dem Projekt teilgenommen“, berichtet Glaeser. Davon seien 41 in den Arbeitsmarkt vermittelt worden und 32 seien ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis eingegangen.

Neben der Göttinger Arbeitsagentur beteiligen sich auch die Landkreise Göttingen und Osterode sowie die Stadt Göttingen am Projekt „Mittendrin“.

Beschäftigungsförderung

Inhaltlich umgesetzt wird es von der Beschäftigungsförderung Göttingen an den Standorten Göttingen, Hann. Münden, Duderstadt und Osterode. Ein wichtiger Aspekt des Projektes ist die enge Begleitung der Arbeitssuchenden. Ein Integrationsberater von „Mittendrin“ betreut maximal 35 Schwerbehinderte. Ein Beratungsschlüssel, der aufgrund der komplexen Aufgabe weit unter dem der Fachkräfte in den Jobcentern und der Arbeitagentur liegt, die teilweise bis zu 250 Menschen betreuen müssen. „Neben der intensiven persönlichen Betreuung setzt das Projekt auch darauf, durch besondere Methoden Verhaltensmuster der Bewerber zu verändern“, betont Dietmar Linne, Geschäftsführer der Beschäftigungsförderung Göttingen. Es gehe um eine „stärkenorientierte Vorstellung“ beim Arbeitgeber und nicht um die Fokussierung auf mögliche Einschränkungen.

„Dieses Projekt geht an die Wurzel des Problems“, lobt Göttingens Landrat Bernhard Reuter. „Schwerbehinderte haben es leider sehr schwer, in den ersten Arbeitsmarkt integriert zu werden und das sorgt bei vielen für Frust und Resignation.“ Mittendrin biete nun aber Beratung aus einer Hand – auch für Betriebe. „Allerdings muss auch gesagt werden, dass es besonders an den ländlichen Standorten wie Hann. Münden und Duderstadt noch Luft nach oben gibt“, betont Reuter. Daran werde aber auch weiterhin intensiv gearbeitet. 

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