Staatsanwaltschaft will Haftstrafe

Göttinger Prozess um Drogen im Rosdorfer Gefängnis auf der Zielgeraden

Die Justizvollzugsanstalt Rosdorf: In dem Prozess vor dem Landgericht Göttingen geht es um Drogengeschäfte in dem Gefängnis.
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Die Justizvollzugsanstalt Rosdorf: In dem Prozess vor dem Landgericht Göttingen geht es um Drogengeschäfte in dem Gefängnis. (Archivfoto)

Wegen illegaler Drogengeschäfte in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf soll ein bereits einschlägig vorbestrafter 32 Jahre alter Angeklagter aus Goslar eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren erhalten.

Göttingen/Rosdorf – Das hat die Staatsanwaltschaft Göttingen in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Göttingen gefordert.

Der 32-Jährige muss sich dort seit Mitte Mai gemeinsam mit zwei Mitangeklagten verantworten. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat er sich in acht Fällen des unerlaubten gewerbsmäßigen Handeltreibens mit neuen psychoaktiven Stoffen schuldig gemacht und dabei knapp 19.000 Euro erlangt. Dieser Betrag sollte ebenso wie ein bei ihm sichergestellter Bargeldbetrag in Höhe von 2680 Euro eingezogen werden.

Für einen 32-jährigen Mitangeklagten aus Delmenhorst beantragte die Staatsanwaltschaft eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung. Außerdem sei seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt anzuordnen. Der 32-Jährige habe sich in drei Fällen der Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit neuen psychoaktiven Stoffen schuldig gemacht. Die dritte Angeklagte, eine 25-jährige Frau aus Goslar, sollte wegen Beihilfe in acht Fällen eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren erhalten, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Außerdem seien knapp 4200 Euro einzuziehen, die sie durch die Taten erlangt habe; von dem 32-Jährigen aus Delmenhorst seien es 480 Euro.

Laut Anklage soll der damals in der JVA Rosdorf inhaftierte 32-Jährige aus Goslar im September 2019 gemeinsam mit der 25-Jährigen den Plan gefasst haben, eine dem „Neuen-psychoaktive-Stoffe-Gesetz“ unterliegende Substanz für die Herstellung von synthetischen Drogen in die Haftanstalt einzuschmuggeln.

Anders als die Staatsanwaltschaft plädierte der Verteidiger des 32-jährigen Goslarers auf Freispruch. Der Anwalt der 25-Jährigen beantragte, seine Mandantin zu einer möglichst milden Strafe von nicht mehr als elf Monaten zu verurteilen und deren Vollstreckung zur Bewährung auszusetzen. Das Plädoyer des dritten Verteidigers steht noch aus und ist nach Angaben eines Gerichtssprechers für die nächste Woche geplant. (Heidi Niemann)

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