Open-Air-Festival vor der Musa

Göttinger Punkband Pink Poison gewinnt „Local Heroes“-Vorentscheid

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Pink Poison sind Göttingens Local Heroes: (von links) Inka Hauff, Johann Wehner, Jacob Pohl und Sonja Hauff.

Die fünfköpfige Göttinger Punkband Pink Poison hat am Samstag den „Local Heroes“-Vorentscheid gewonnen. 

Göttingen – Sie dürfen nun am Landeswettbewerb in Hannover teilnehmen, bei dem alljährlich die beste Nachwuchsband Niedersachsens gekürt wird.

Atemlos Pogo tanzend präsentierten die jungen Musiker um Sänger Jacob Pohl (21) und Gitarrist Johann Wehner (21) rasend schnelle Stücke auf der Open-Air-Bühne vor der Göttinger Kulturfabrik Musa. Das Publikum, das am liebsten mitgetanzt hätte, saß unterdessen brav auf Stühlen. Sie standen mit weitem Sicherheitsabstand auf dem Parkplatz. Zusammen mit den Zaungästen hinter dem Absperrband verfolgten bei strahlendem Sonnenschein an die 200 Gäste den Auftritt der drei Bands.

Mit markantem blau-rosa Irokesenschnitt und einem Vorhängeschloss im Ohr trat Sänger Pohl auf. Zusammen mit dem grünhaarigen Gitarristen Wehner sprang er zwischen Gitarristin und Sängerin Sonja Hauff (20) und Bassistin Inka Hauff (20), Zwillingen, umher. Am Schlagzeug gab der Dransfelder David Vogt-Reimuth (19) alles.

Die Nachwuchstalente haben sich vor fünf Jahren bei einem Musikworkshop in der Göttinger Christophorusgemeinde kennengelernt. Seit drei Jahren erarbeiten sie sich eigene Songs, deren Texte und Grundakkorde meistens von Sänger Pohl stammen. In den Stücken geht es um Freundschaft, aber auch um Rassismus, Vorurteile und Diskriminierung.

Doppelte Bühnenpremiere

Das erste Mal gemeinsam auf der Bühne stand die Indie-Rock-Band The Human Computers, die auf dem zweiten Platz landete. Gitarrist und Sänger Jakob Hagen (24), der seit fünf Jahren Musik macht, startete als Solo-Künstler. Für CD-Aufnahmen spielte er auch Bass und Schlagzeug selbst ein. In seinen düster-harten Stücken versucht er, die Trauer über den frühen Krebstod eines Schulband-Freundes zu verarbeiten. 

Machte den zweiten Platz: Jakob Hagen mit seiner Band The Human Computers. 

Im Oktober vergangenen Jahres holte sich der gebürtige Berliner, der seit zweieinhalb Jahren in Göttingen Physik studiert, den Bassisten Luke Tappé (21) und den aus Ecuador stammenden Schlagzeuger Victor Guerra (30) dazu. Zwischen den Liedern zitierte der Musiker aus dem wortgewaltigen Buch „Die Enden der Parabel“ von Thomas Pynchon.

Dritter wurde die Indie-Rock-Band The Plastic Hearts Club, die ebenfalls erstmals öffentlich auftrat. Sänger und Gitarrist Thomas Langner (30) und Bassist Moritz Bauer (28) gewannen vor anderthalb Jahren Schlagzeuger Jan Schuhr (23) als dritten Mann. Schuhr studiert mittlerweile in Hannover. Die Band spielte mit der Wut des Punks und Hardcores tanzbare Melodien. In den zum Teil augenzwinkernd ironischen Stücken loten sie unter anderem aus, wie weit Freundschaft geht – bis zu einem Mord?

Keine leichte Entscheidung hatte die Jury zu fällen. Ihr gehörten Rockbüro-Vorstand Tom Gruber, Journalist Jörg Linnhoff, Musikclubbetreiberin Bea Roth und Tonstudio-Inhaber Tom Spötter an. Außerdem waren Sängerin Susanne Pauli und Bassist Jonas Brokop von der Band Sleeves mit dabei. Pauli moderierte den Abend und hatte am Ende zusammen mit Brokop noch einen Auftritt.

VON MICHAEL CASPAR

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