Sanierungsprojekt

Göttinger Rat sagt Ja zur "neuen, alten Stadthalle"

Göttingen. Der Göttinger Rat hat mit der Mehrheit von SPD und Grünen den Weg für die Sanierung der Stadthalle frei gemacht. Beginn soll im kommenden Jahr sein.

28 Ratsmitglieder (SPD, Grüne, GöLinke und ein Mitglied der Ratsgruppe Piraten/Die Partei) hatten nach längerer Diskussion dafür gestimmt, 16 Ratsmitglieder (CDU, FDP und zwei Mitglieder der Ratsgruppe Piraten/Die Partei) waren dagegen.

Stadtbaurat Thomas Dienberg

Stadtbaurat Thomas Dienberg hatte vor der Abstimmung für das Projekt, das 19,5 Millionen Euro kosten soll, geworben. Vor der Entscheidung habe die Stadt die Halle "Herz und Nieren" geprüft. Dabei habe sich durch Bohrungen herausgestellt, dass der Beton in gutem Zustand ist. Außerdem habe ein Gutachter bestätigt, dass die Stadthalle am richtigen Ort steht.

"Wir haben ihnen einen Vorschlag gemacht, der zu einem sehr guten Ergebnis führen wird, das auch Kritiker zufrieden stellen wird. Wir werden eine neue, alte Stadthalle bekommen", rief Dienberg den Ratsmitgliedern zu.

Er betonte weiter, dass die Sanierung deutlich günstiger als der Neubau ist - Schätzungen liegen bei 40 Millionen Euro und mehr. Außerdem kündigte Dienberg an, dass zur Verabschiedung des Nachtragshaushaltes im November ein Konzept für die Neugestaltung des Umfeldes der Stadthalle vorliegen werde. 

Sylvia Binkenstein (SPD) machte deutlich, dass sich ihre Fraktion schon früh für eine Sanierung der Stadthalle stark gemacht habe. Gleichzeitig sprach sie sich für eine Neugestaltung des Albaniplatzes als "Tor zur Stadt" aus.

Carina Hermann (CDU) begründete für ihre Fraktion die Ablehnung des Vorschlages. Sie kritisierte, dass mögliche Alternativen, wie ein Neubau der Stadthalle, nicht oder nur oberflächlich geprüft worden seien. Weiterhin diagnostizierte sie erhebliche Risiken im Finanzierungskonzept für die Stadthalle.

Blick hinter die Kulissen der maroden Göttinger Stadthalle

Für die Sanierung warb auch Ulrich Holefleisch (Bündnis 90/Die Grünen). Es sei auch aus ökologischen Gründen sinnvoll, den Betonkern nicht abzureißen. Außerdem wies er auf den engen finanziellen Spielraum der Stadt hin. Dieser erlaube nur eine Sanierung.

Dana Rotter (Ratsgruppe Piraten/Die Partei) kritisierte, dass mit der Zukunft der Stadthalle so nachlässig umgegangen worden sei. Die Verwaltung sei erst aktiv geworden, als die Schließung der Stadthalle drohte.

Felicitas Oldenburg (FDP) betonte, dass aus Sicht ihrer Fraktion ein Neubau besser gewesen wäre. Allerdings werde die FDP die Sanierung konstruktiv begleiten. Und sie forderte ein, dass die Kosten für die Sanierung im Rahmen bleiben müssen.

Auf Transparenz bei der Sanierung pochte Gerd Nier (GöLinke). Die Stadt müsse bei dem Projekt ständig über die Entwicklung der Kosten und den Baufortschritt informieren. Hintergrund: Nier befürchtet, dass die Kosten für die Sanierung auf 25 Millionen Euro steigen. Außerdem müsse ein Konzept für die Ausweichspielstätten her.

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Rubriklistenbild: © Kopietz

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