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Göttinger Regisseur Clark dreht Kino-Film „Zimmer auf Zeit“ in drei Tagen

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Von: Ute Lawrenz

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Drehten den Film „Room to roam“ in nur drei Tagen: (von links) Kameramann Markus Hüsgen, SD Clark und Regisseur Oliver Clark bei der Premiere im Göttinger Kino Méliès.
Drehten den Film in nur drei Tagen: (v. l.) Kameramann Markus Hüsgen, SD Clark und Regisseur Oliver Clark bei der Premiere ihres Films im Göttinger Kino Méliès. © Ute Lawrenz

Das Europäische Filmfestival läuft erfolgreich in Göttingen. Am Montag gab es die Welturaufführung eines Films, der in Göttingen gedreht wurde.

Göttingen - Vom Heiratsantrag über die Rasur bis ins All: Beim 43. Europäischen Filmfestival in Göttingen feierte mit „Room to roam“ oder auch „Zimmer auf Zeit“ der Göttinger Regisseur Oliver Clark die Welt-Uraufführung seines neuesten Werks. Im gut gefüllten Kinosaal im Méliès verfolgten die Zuschauer gespannt die Episoden, die sich alle in demselben Hotelzimmer abspielen.

Ein Mann sitzt allein im Hotelzimmer und isst. Zum Nachtisch gibt es eine Handvoll Pillen aus einem gut gefüllten Röhrchen, die er energisch mit Wein runterspült. Dann geht er zum Telefon, will sich beim Schöpfer seiner offensichtlich letzten Mahlzeit bedanken. Doch es ist schon spät, der Koch ist nicht mehr da und aus dem Gesprächsverlauf lässt sich schließen, dass der Mensch an der Rezeption genervt ist.

Welt-Uraufführung beim Europäischen Filmfestival in Göttingen: Oliver Clarks „Zimmer auf Zeit“

Immer wieder stürzt der Mann Tabletten mit seinem Wein herunter. Während eines Anrufs bei seiner Mutter – er erreicht allerdings nur den Anrufbeantworter – hat beides die gewünschte Wirkung.

Das ist nur eine von vielen Szenen in dem Zimmer. Stark wirkt auch die Einstiegsszene, die wie ein Prolog dem Film vorangestellt ist. Ein verzweifelter Priester versucht mit Magie, seine ermordete Frau zurückzugewinnen. Mit dem Blut ihres Mörders und lateinischen Sprüchen will er sie ins Leben zurückholen.

Erst im Film, dann auf der Bühne: Heartburn Billy and His Burning Harz beim anschließenden Live-Konzert im Göttinger Kino Méliès.
Erst im Film, dann auf der Bühne: Heartburn Billy and His Burning Harz beim Live-Konzert im Göttinger Kino Méliès. © Ute Lawrenz

So geht es im Film um Leben und Tod, um enttäuschte Hoffnungen, im wahrsten Sinne verletzte Gefühle... So unterschiedlich wie die Gäste im Hotel sind auch die vielen verschiedenen Szenen.

Während eine von einem missglückten Heiratsantrag erzählt, zeigt eine andere das eintönige Eheleben nach vielen Jahren in Gemeinschaft, eine dritte die Möglichkeit des Scheiterns bei einem so alltäglichen Vorgang wie Rasieren.

„Zimmer auf Zeit“ im Göttinger Programmkino: Regisseur Oliver Clark ist kein Unbekannter

Immer abgedrehter wird es bis zum Ende des Films, als ein Außerirdischer im Raumfahreranzug auftaucht mit vielen spacigen Apparaturen, kreiert aus Schrott mit Kleiderbügel.

Oliver Clark, jetzt Mitarbeiter im Lumière-Méliès-Team, ist in Göttingen kein Unbekannter. Noch vor dem „Tatort“ dreht der Wahl-Göttinger mit deutscher und britischer Staatsbürgerschaft den Göttingen-Krimi „Harder und die Göre“, 2013 füllte dieser einen großen Kinosaal im Cinemaxx. Die Bilder für „Zimmer auf Zeit“ sind in Herberhausen entstanden.

Neuester Film von Regisseur Oliver Clark: Drehzeit in Göttingen braucht ganze drei Tage

Rekordverdächtig war mit drei Tagen die Drehzeit der von Oliver und CD Clark geschriebenen Szenen. Ungleich länger hat mit drei Jahren die Postproduktion des Projekts gedauert.

Fast keiner des Teams mit Kameramann Markus Hüsgen, den durchweg starken Akteuren SD Clark, Karin Reilly sowie Heartburn Billy and His Burning Harz als Band, die anschließend im Méliès noch ein Live-Konzert gaben, habe ein Honorar bekommen. So habe aller Einsatz für den Film nach der Arbeit für den Broterwerb erledigt werden müssen, erklärte Oliver Clark die lange Zeit bis zur Aufführungsreife.

Dass sich das Engagement nicht nur für sie gelohnt hat, zeigte das Publikum nach knapp anderthalb Stunden mit Applaus, auch wenn sich mancher die Frage nach der „Message“ sicher nicht klar beantworten konnte. (Ute Lawrenz)

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