1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Restaurant hat Schwein: Gestohlene Kunststoff-Sau ist wieder beim Besitzer

Erstellt:

Von: Kira Müller

Kommentare

Glückliches „Hans im Glück“-Team: Das Schwein und damit die zentrale Figur der Restaurantkette ist wieder zuhause.
Glückliches „Hans im Glück“-Team: Das Schwein und damit die zentrale Figur der Restaurantkette ist wieder zuhause. © Hans im Glück/nh

Der ungewöhnliche Fahndungsaufruf nach einem gestohlenen Deko-Schwein hatte Erfolg. Der entscheidende Hinweis kam von einer Göttinger HNA-Redakteurin.

Göttingen – Bei einem ungewöhnlicheren Fahndungsaufruf wurden Zeugen gesucht, die Angaben zu einem aus einem Göttinger Restaurant entwendeten Kunststoff-Schwein machen konnten – mit Erfolg.

Es gibt ein Happy End! Das vermisste Kunststoff-Schwein, das am 20. Juli aus dem Burger-Restaurant „Hans im Glück“ an der Goethe-Allee gestohlen wurde, ist wieder da. Am Freitag, 26. August und damit mehr als einen Monat nach seinem Verschwinden, übergaben Beamte der Göttinger Polizeiinspektion das schwarze, lebensgroße Deko-Schwein an Betriebsleiter Nico Kerkhoff von „Hans im Glück“.

Kunststoff-Schwein wird aus Göttinger Restaurant gestohlen

Nach dem Zeugenaufruf gingen innerhalb kürzester Zeit gleich mehrere Hinweise bei der Polizei ein. Auch eine extrem heiße Spur auf die Täter sei dabei, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei Göttingen. Im Visier der Ermittler stehen vier unbekannte Männer im Alter zwischen 25 und 30 Jahren. Sie sollen angetrunken gewesen sein und mit starkem süddeutschen Dialekt gesprochen haben.

Ein Zeuge berichtete den Ermittlern, dass er am Tatabend (20. Juli) gegen 21.50 Uhr beobachtet habe, wie ein Mann mit dem dunklen Schwein auf dem Rücken vom Lokal in Richtung Berliner Straße gelaufen sei, gefolgt von drei weiteren Männern.

Als der Passant die Personen ansprach, ließen sie die Sau wohl einfach fallen und flüchteten.

Schwein auf Abwegen: Am Morgen des 21. Juli stand das gestohlene Schwein im Maschmühlenweg, wo es HNA-Redakteurin Melanie Zimmermann
Schwein auf Abwegen: Am Morgen des 21. Juli stand das gestohlene Schwein im Maschmühlenweg, wo es HNA-Redakteurin Melanie Zimmermann fotografierte. © Melanie Zimmermann

Den entscheidenden Hinweis auf den Verbleib des Schweins erhielt die Polizei schließlich von HNA-Redakteurin Melanie Zimmermann. „Als ich den Zeugenaufruf in unseren Mails las und das Foto dazu sah, dachte ich ,Moment, das Schwein kenne ich doch’“, so die Göttinger Redakteurin.

Als sie am 21. Juli morgens um 7.30 Uhr an der Redaktion im Maschmühlenweg ankommt, steht auf der anderen Straßenseite – auf dem Bürgersteig zwischen Amtsgericht und Finanzamt – ein schwarzes Kunststoff-Schwein. „Ich fand den Anblick so skurril und lustig, dass ich direkt ein Foto davon gemacht habe, bevor ich in die Redaktion ging“, so Zimmermann.

Als sie noch überlegte, das Bild in den sozialen Netzwerken zu teilen, sah sie, wie ein Wagen des Göttinger Hausmeisterservice deVries vorfuhr und ein Mitarbeiter das Schwein einlud. „Weil es die lustige Situation damit nicht mehr gab, habe ich das Foto dann doch nicht mehr gepostet.“

Göttinger Hausmeisterservice hatte nicht genug Sperrmüll

Alexander Hubert war der Mitarbeiter von deVries, der das „Hans im Glück“- Schwein mitnahm. „Ich war an dem Morgen wie üblich auf meiner festen Route unterwegs. Ich fahre regelmäßig die mir zugeteilten Gebäude ab. Und dann stand da dieses Schwein“, erzählt er im Gespräch mit der Göttinger Redaktion.

Als die Polizei schließlich vier Wochen später nach dem Tipp von HNA-Redakteurin Melanie Zimmermann bei dem Hausmeisterservice anrief, war das Schwein noch da.

Nun steht das Schwein wieder an seinem Platz im „Hans im Glück“.
Nun steht das Schwein wieder an seinem Platz im „Hans im Glück“. © Hans im Glück/nh

Ein glücklicher Zufall, wie Hubert verrät: „Ich hatte vor, es zum Sperrmüll zu fahren, sobald ich genügend dafür zusammen hatte.“ Weil das auch vier Wochen später nicht der Fall war, konnte er es stattdessen der Polizei aushändigen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir unser Schwein wiederhaben.“ Schließlich sei es nicht nur Dekoration, sondern Hauptbestandteil des Märchens „Hans im Glück“, nach dem das Restaurant benannt ist, erklärt Betriebsleiter Nico Kerkhoff. Es ist damit fest in der Identität und dem Konzept der Kette verankert. Man habe sogar direkt am selben Abend noch online eine Anzeige aufgegeben.

Gestohlenes Deko-Schwein: Polizei hat „heiße Spur“ und sucht weiter Zeugen

Doch durch einen Fehler wurde diese nicht registriert. „Deswegen kam der öffentliche Zeugenaufruf durch die Polizei erst vergangene Woche“, erklärt Kerkhoff weiter.

Der Fall „Deko-Schwein“ ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Die angedeutete „heiße Spur“ sei zu vielversprechend. Die Suche nach den vier mutmaßlichen Entführern, die offensichtlich mal richtig „die Sau rauslassen wollten“, geht weiter, teilt die Göttinger Polizei am Freitag mit.

Die Unbekannten sollen mit kurzen Cargo-Hosen und T-Shirts bekleidet gewesen sein. Wer die Personengruppe am Abend des 20. Juli auf der Goethe-Allee oder der Berliner Straße gesehen hat oder sonst sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter Telefon 0551/491-2115 bei der Göttinger Polizei zu melden.

Auch interessant

Kommentare