Verdopplung der Produktionskapazität 

Göttinger Sartorius AG kräftigt Standbein auf Puerto Rico mit Werksausbau 

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Sartorius Farben auf Puerto Rico: Blick auf das erweiterte Werk in Yauco des Göttinger Unternehmens, das sich Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie nennt. 

Die Göttinger Sartorius AG hat die Niederlassung in Yauco auf Puerto Rico ausgebaut: Nach dreijähriger Bauzeit wurde das Werk eingeweiht. Etwa 90 Millionen Euro wurden investiert. 

Das Werk beliefert mit Filtern und Einwegbeuteln für die biopharmazeutische Produktion vor allem den amerikanischen Markt, auf dem Sartorius mit wachsendem Erfolg und Umsatz unterwegs ist, auch, weil der ein Wachstumsmarkt in der biopharmazeutischen Forschung und Produktion ist. 

Im Beisein des Vorstandsvorsitzenden Dr. Joachim Kreuzburg wurde das Werk eingeweiht. 

Er misst dem Werk in Yauco eine hohe Bedeutung zu: „Die erheblich größeren Produktionskapazitäten geben uns den Spielraum, unsere amerikanischen Kunden mit einem noch breiteren Produktspektrum direkt aus der Region zu beliefern“, sagte der Vorstandschef am Dienstag vor 500 Mitarbeitern und Gästen in Yauco, um noch zu ergänzen, dass man „die ambitionierten Wachstumspläne in Amerika“ damit umsetzen wolle und könne.

Der Sartorius-Umsatz in den Vereinigten Staaten soll steigen

Die Konzernstrategie ist darauf ausgerichtet, aus den USA, dem weltweit größten Markt für Biopharmazeutika, deutlich mehr Umsatz abzuschöpfen als bisher. 

In der Konzernspitze erwartet man einen Umsatzzuwachs im Bereich Bio-Medikamente von rund zehn Prozent von 2018 auf 2022, wenn diese Produkte laut Sartorius dort 142 Milliarden Gesamtumsatz erzielen werden. 

Ähnliche Wachstumsraten werden nur für China erwartet, wo allerdings der Bio-Pharmaka-Markt auf einem weitaus geringeren Niveau wachsen wird (2022: rund 52 Milliarden Euro).

Unternehmensstrategie wird von den Vorjahreszahlen gestützt

Die Strategie, in eigene Produktionskapazitäten auf dem amerikanischen Kontinent zu investieren, wird auch gestützt von den Vorjahreszahlen: Der Sartorius-Umsatz legte dort um 16,6 Prozent auf 520 Millionen Euro zu, gegenüber „nur“ 9,4 Prozent in Europa und immerhin auch 15,5 Prozent im Asien-Pazifik-Raum. 

Gesamtanteil des amerikanischen Umsatzes am Konzernwert: 33 Prozent.

Ausbau des Sartorius-Werkes in Yauco auf Puerto Rico: Dr. Joachim Kreuzburg (vorne rechts) bei der Einweihung des Erweiterungsbaus. 

Eine Verdopplung der Produktionskapazität in Yauco soll aber nicht das Ende der Fahnenstange sein: Das rund 190 000 Quadratmeter große Werksgelände im Südwesten der Insel sei auf ein „weiteres längeres Wachstum ausgelegt“, wie es heißt. 

Joachim Kreuzburg lobt die Mitarbeiter in Yauco

Sartorius kann dort bei Bedarf seine Fertigungskapazitäten noch einmal „mindestens verdoppeln“, wie das Unternehmen ankündigt. Die Bedingungen dafür seien günstig, sowohl was die Investitionen als auch den wirtschaftlichen Rahmen vor Ort betreffen.

Kreuzburg lobt aber auch die Arbeit und Mitarbeiter vor Ort: Hier sorgt seit 35 Jahren ein Team von kompetenten und zuverlässigen Mitarbeitern für eine hervorragende Produktqualität und Liefertreue.“

Der Ausbau des Werkes wurde beeinträchtigt durch die Folgen von Hurricane Maria, der im September 2017 Verwüstungen auf Puerto Rico anrichtete, vielen Menschen das Heim raubte und die Infrastruktur zerstörte.

Mehr als 500 Menschen arbeiten für das Göttinger Unternehmen

Puerto Rico, wo die Bevölkerung Spanisch spricht, ist das größte und mit rund 3,5 Millionen Menschen einwohnerreichste der US-Außengebiete. Seit 1982 produziert Sartorius in Yauco Filter und seit 2012 auch sterile Einwegbeutel. Dort arbeiten mehr als 500 Menschen für das Göttinger Unternehmen.

Die Aktien der Sartorius AG, sind derweil auf einem lang anhaltenden Höhenflug, nach einem Knick zum Jahreswechsel bei rund 92 Euro: Am Mittwoch notierte die auf aktuell bei 168,50 Euro. Der Konzern hatte damit ein Marktkapital von etwa 13,3 Milliarden Euro. 

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