Göttinger Schüler drehen Film: Das multikulturelle Leben in der Weststadt

In der Weststadt Göttingen: Schüler drehen Filmmaterial für das Projekt „Stadtpiloten West“ der Musa . Foto: Privat/Sven Winkler

Göttingen. Die Göttinger Weststadt ist vor allem eines: multikulturell. Die Bewohner kommen aus unterschiedlichen Kulturen, sprechen unterschiedliche Sprachen.

Schüler der neunten Klasse der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (GSG) stellen in Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum Musa den Stadtteil und seine Bewohner in dem multimedialen Projekt „Stadtpiloten West“ vor.

Mit Kamera, Tonaufnahmegerät, Block und Bleistift ziehen die Jugendlichen seit August vergangenen Jahres durch die Weststadt. „Die Schüler waren zu Beginn schüchtern, aber mt der Zeit sind tolle Begegnungen entstanden“, erzählt die künstlerische Leiterin, Sonja Elena Schroeder.

Die Gespräche mit den Einwohnern standen unter der Leitfrage „Was ist für dich zu Hause?“. Für die Schüler, von denen selbst viele aus anderen Ländern stammen, ist dieses Thema hochaktuell. „Die Geschichten, die die Bewohner erzählt haben, haben die Schüler sehr bewegt“, sagt Schulleiter Tom Wedrins.

Treffen mit Flüchtlingen

So lernten die Schüler, die auch mit Flüchtlingen gesprochen haben, das Schicksal einer Frau aus Kasachstan kennen, die sich in Göttingen in einen Syrer verliebt hatte. Doch da ihre Fingerabdrücke in Polen festgestellt wurden, wurde sie in das Nachbarland abgeschoben. Auch solche traurigen Geschichten gehören zur Göttinger Weststadt.

Die Idee, dieses Projekt ins Leben zu Rufen, hatte die Schüler-Vertretung der GSG. Nach einer Vorführung des Filvon Flüchtlingen gedrehten Fimes „Morgenland“ wollten die Schüler das Thema intensiver behandeln.

„Gemeinsam mit den Schülern haben wir uns dann ein Projekt überlegt“, erzählt Wedrins. Die Idee kam gut an: „Das, was wir dort lernen, kann der Unterricht nicht bieten“, sagte einer der Schüler.

Das Projekt leitet Gabi Radinger vom Kulturzentrum Musa und wird dabei von Thomas Kirchberg (Video) und von Sven Winkler (Sound, Fotografie, Grafik) unterstützt. Die Vorstellung findet in den Räumen des Kulturzentrums Musa statt. „In mehreren Räumen können die Besucher durch verschiedene Medien erfahren, wie die Schüler die Weststadt kennengelernt haben“, erklärt Schroeder. Finanziert wird das Projekt von der Stadt Göttingen, der GSG und der Sparkasse Göttingen.

Im Anschluss an die Premieren-Präsentation, die am Donnerstag, 26. Januar, ab 19 Uhr im Musa stattfindet, können sich die Besucher bei einer Podiumsdiskussion beteiligen, die sich mit der die Zukunft des Stadtteils beschäftigt. Eine weitere Vorführung findet am Freitag, 3. Februar, ab 19 Uhr statt. Dort wird im Anschluss keine Podiumsiskussion angeboten.

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