1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Göttinger Stadtbusse: Quadratur des Kreises beim Personal

Erstellt:

Von: Bernd Schlegel

Kommentare

Arbeiten an der Lösung der Personalprobleme bei den Stadtbussen: Michael Guder (links), Abteilungsleiter Planung der Göttinger Verkehrsbetriebe, sowie Thomas Zimmermann, Betriebsleiter und Prokurist des städtischen Verkehrsunternehmens.
Arbeiten an der Lösung der Personalprobleme bei den Stadtbussen: Michael Guder (links), Abteilungsleiter Planung der Göttinger Verkehrsbetriebe, sowie Thomas Zimmermann, Betriebsleiter und Prokurist des städtischen Verkehrsunternehmens. © Bernd Schlegel

Die Göttinger Verkehrsbetriebe drückt weiterhin ein personeller Engpass. Es gibt Ideen, das Problem in den Griff zu bekommen.

Göttingen – Die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) haben in dieser Woche erneut mit personellen Engpässen zu kämpfen, was zu Einschränkungen beim Fahrtenangebot führt. Das Problem ist nicht so einfach in den Griff zu bekommen, wie das Beispiel dieses Verkehrsunternehmens zeigt.

Um die Busse und Fahrer optimal einzusetzen, wechseln sowohl die Fahrzeuge als auch die Mitarbeiter im Laufe Tages beziehungsweise einer Schicht die Linien in Göttingen, da nur so die Pausen an Endhaltestellen auf ein notwendiges Minimum reduziert werden können. Fachlich spricht man dabei von einer „Umlaufbildung“ bei den Verkehrsbetrieben. „Wenn wir Fahrzeuge und Personal auf einer Linie belassen, würden wir deutlich mehr Busse und Personal benötigen,“, sagt Michael Guder, Abteilungsleiter Planung der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB).

Massive Probleme bei Verspätungen

Das Problem: Sollte ein Bus zu viel Verspätung haben, so kann der vorher so optimal geplante Umlauf nicht mehr eingehalten werden. Dann wartet ein Fahrer, der den Bus zu Beginn seiner Schicht an einer bestimmten vergeblich auf den Bus, weil dieser noch woanders unterwegs ist. Oder ein Fahrer, der mit dem Bus unterwegs ist, wartet vergeblich auf seine Ablösung für sein Fahrzeug.

In solchen Fällen muss dann die Leitstelle der Verkehrsbetriebe eingreifen und beispielsweise einen zusätzlichen Bus samt Fahrer rausschicken, der dann die Lücke schließt. Um Fahrzeuge und zusätzliche Kilometer zu sparen, werden Zusatzfahrten (Schulbusse) ohnehin möglichst an Linienfahrten angehängt.

Randbedingungen bei Plänen für die Fahrer

Außerdem gibt es noch weitere Randbedingungen, die bei den Plänen für die Fahrer beachtet werden müssen: So ist beispielsweise eine Schicht für Fahrer nur ohne Pause zulässig, wenn mindestens ein Sechstel der Lenkzeit Wendezeit ist. Sind Pausen zwischendurch notwendig, so müssen die Busse ja trotzdem rollen.

Oft kann der Fahrer nichts für Verspätungen, weil die Busse wie alle anderen auch im Stau stehen, oder es kommt durch Baustellen kurzfristig zu größeren Umleitungen und damit Fahrzeitverlängerungen. „Wir können in den Spitzenzeiten nicht genügend Fahrzeit einplanen und die Zeiten mit wenig Verkehr nicht genügend einkürzen“, bringt Guder die Quadratur des Kreises auf den Punkt.

Beschwerden der Fahrgäste

Sollte es zu Verspätungen kommen, so führt dies übrigens zu Stress bei den Fahrern, denn sie bekommen dann oft Beschwerden von Fahrgästen. Der Fahrer kann unter Umständen die vorgeschriebene Pause nicht einhalten. Außerdem steigt die Versuchung, durch zu schnelles Fahren die Verspätung wieder aufzuholen. Dieses Verhalten führt nach Erfahrungen der GöVB ebenfalls zu Beschwerden und natürlich zu erhöhtem Unfallrisiko.

Bei den Fahrplanexperten der Göttinger Verkehrsbetriebe gibt es nun Ideen, um Abhilfe zu schaffen. So sollen für verschiedene Tageszeiten unterschiedliche Fahrzeiten eingeplant werden, um Verspätungen oder auch „Verfrühungen“ zu vermeiden. Außerdem sollen Fahrplanänderungen durch Baustellen möglichst früh in den Planungen einfließen. Das Problem: Die GöVB rechnen 2023 mit besonders vielen Baustellen und damit einhergehenden Umleitungen sowie Fahrzeitveränderungen. Außerdem müssen dringend aufgelaufene Überstunden beim Fahrpersonal abgebaut werden.

Viele Beschäftigte wollen Freizeitausgleich

Die überwiegende Zahl der Beschäftigten entscheidet sich aber für Freizeitausgleich, was zu zusätzlichen personellen Engpässen führen dürfte. Deshalb gibt es die Idee, im Frühling, also ab April oder Mai, einen reduzierten Fahrplan anzubieten, der langfristig vorbereitet wird. Allerdings müssen notwendige Änderungen (zum Beispiel durch Baustellen) in beide Pläne, den normalen und den reduzierten, eingearbeitet werden. Weitere Informationen gibt es hier. (Bernd Schlegel)

Verkehrsbetriebe haben 320 Mitarbeiter und 100 Busse

Die Göttinger Verkehrsbetriebe haben etwa 320 Mitarbeiter und betreiben etwa 100 Busse. In den vergangenen Jahren wird immer mehr auf Elektro- beziehungsweise Hybridantrieb umgestellt. Deshalb soll in den kommenden Jahren ein weiterer Betriebshof in der Nähe des Schützenplatzes entstehen. Ständig sucht das Unternehmen neue Fahrer. Das Problem: Immer wieder orientieren sich neu eingestellte Beschäftigte um, weil sie beispielsweise für sich feststellen, dass der Fahrdienst ihnen nicht zusagt. (bsc)

Betriebsbedingte Ausfälle am Mittwoch, 11.01.2022

Linie 33: ab Europaallee: 06:01 Uhr, 06:50 Uhr, 07:40 Uhr, 08:41 Uhr, 09:41 Uhr, 10:41 Uhr, 11:41 Uhr, 12:41 Uhr; ab Klinikum: 06:30 Uhr, 08:17 Uhr, 09:17 Uhr, 10:17 Uhr, 11:17 Uhr, 12:17 Uhr; ab Theodor-Heuss-Straße: 13:13 Uhr

Linie 71: ab Esebeck: 09:22 Uhr; Ab Grete-Henry-Straße: 12:13 Uhr.

Linie 73: ab Grete-Henry-Straße: 10:28 Uhr, ab Europaallee: 11:13 Uhr

Linie 91: ab Schöneberger Straße05:39 Uhr, 07:48 Uhr; ab Am Menzelberg: 06:07 Uhr, 08.44 Uhr. (bsc)

Auch interessant

Kommentare