Mitgliederversammlung bestätigt Vorstand

Göttinger Stadtradio betont Status als Bürgerfunk

Sendeplatz: Das Stadtradio Göttingen ist mit seinem Studio und den Vereinsräumen in der Groner Straße in Göttingens Innenstadt beheimatet und sendet auf der Frequenz 107,1 sein Programm. Foto: Kopietz 

Göttingen. Der Trägerverein des Göttinger Stadtradios hat seinen Vorstand bestätigt. Weitgehende Änderungsanträge vor allem zur Stärkung der Bürgerfunker wurden nicht angenommen.

Speziell die Rolle der Bürgerfunker, die eigene Radio-Beiträge machen, wollte Paul Forssbohm stärken: Als Mitglied im Stadtradio Trägerverein für Medienkultur Südniedersachsen hatte er in dessen Mitgliederversammlung am Montag eine Selbstbeschränkung des Stadtradios Göttingen gefordert. Auf drei medienpädagogische Kräfte sollte das Stadtradio die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter reduzieren, damit mehr Bürgerfunker zum Zuge kommen könnten. Auch forderte Forssbohm mehr Fortbildung für die Amateure. Damit stieß das Mitglied auf wenig Gegenliebe in der Versammlung und bei den Verantwortlichen.

Aktualisiert um 16.40 Uhr

Das Stadtradio verstehe sich durchaus als Bürgerradio: „Wir arbeiten mit den Bürgerfunkern zusammen“, widersprach die Chefredakteurin Jeanine Rudat dem Vorwurf, dass die Bürgerfunker zu wenig Anleitung erhielten. Auch seien regelmäßige Termine fest eingeplant. Weil die Vereinsmitglieder das genauso sahen, wurde Forssbohms Antrag abgelehnt. Genauso erging es ihm mit anderen Anträgen, auch einer Beschränkung von Parteizugehörigkeiten im Vorstand.

Von 130 Vereinsmitgliedern waren etwa 30 in die Stadtbibliothek gekommen. Sie bestätigten den Vorstand mit Nadia Affani, Horst Roth und Jan Thomas Ockershausen. Außerdem wurden vier Mitglieder als Planer in die Programmkommission gewählt. Das Abstimmungsergebnis zeige, so die drei Vorstandsmitglieder und der Geschäftsführer , Dr. Ulrich Kurzer, dass die Mitgliederversammlung sich nicht von sachfremden Interessen eines unzufriedenen Mitglieds habe irritieren lassen.

Als dritte Redakteurin kommt ab Januar Mathilde Lemesle in das Team mit zehn festen Teilzeit-Mitarbeitern. Sehr schwierig sei es, zusätzliche freie Mitarbeiter zu finden, schilderte der Vorstand. Deshalb können oft nicht alle wichtigen Termine vergeben werden. Um diese Lücke zu schließen und eine Berichterstattung zu gewährleisten, ist die Arbeitszeit der Redakteure befristet auf die zweite Jahreshälfte um fünf Stunden angehoben worden.

Bei einem Etat von 340.000 Euro und einer schwarzen Null am Jahresende sind laut Ulrich Kurzer Vollzeitstellen nicht finanzierbar. Die Grundförderung von 205.000 Euro mit dem maximalen Jahresbonus von 62.500 Euro steuert die Niedersächsische Landesmedienanstalt bei. Hinzu kommen Zuwendungen von Stadt und Kreis von 25.000 Euro sowie die Mitgliederbeiträge. Das Stadtradio hat nach eigenen Angaben gut 10.000 Stammhörer, etwa 50 Bürgerfunker, die Im Programm etwa 40 Sendungen machen. (zul)

Ein Kritiker will mehr Bürgerfunk

Paul Forssbohm, Mitglied im Verein für Medienkultur Südniedersachsen, der das Stadtradio Göttingen trägt, fordert ein schlankeres Stadtradio, mit weniger Hauptamtlichen – weitgehend mit Teilzeitverträgen –, dafür mit mehr Bürgerfunkern, also ehrenamtlichen Programmmachern. Forssbohm beklagt ein Herausdrängen der Bürgerfunker und eine mangelnde Förderung derer. Forssbohm sagte auch, dass das Stadtradio weniger Stammhörer hat, als genannt wird.

Forssbohms Kritik an der Kommunikationskultur innerhalb des Stadtradios fußt auch auf einer Bachelorarbeit zum Thema „Kommunikationskonzeption“, die an der Hochschule Osnabrück und von Sandra Kutzner 2012 verfasst wurde. Darin wird auch die Zusammenarbeit von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, den Bürgerfunkern, bemängelt. Kritikpunkte, die die Vereinsmitglieder in der Versammlung auch jetzt nicht mehrheitlich teilten. Forssbohm jedenfalls ist mit der Struktur und auch dem Stadtradio-Programm nicht zufrieden. So beklagt er allgemein zu viel „Dudelprogramm vom Band“ und zu wenige Bürgerfunksendungen. (tko)

www.stadtradio-goettingen.de

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