Göttinger Studenten fördern Flüchtlinge beim Erlernen der deutschen Sprache

Flüchtlinge werden in der Sprachlernklasse von Lehramtsstudenten der Universität Göttingen unterrichtet: Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic (von rechts) bekommt das Konzept des Unterrrichts von der Dozentin Zusana Münch-Mankova erklärt. Foto: Geier

Göttingen. „Mein Name ist..., ich komme aus …": Mit diesen Grundkenntnissen der deutschen Sprache beginnt der Deutschunterricht für Flüchtlinge.

Studenten der Georg-August-Universität unterstützen die Einwanderer beim Sprachtraining.

Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajic, besuchte die Sprachförderung für Flüchtlinge an der Göttinger Uni, denn das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) unterstützt Flüchtlinge beim Spracherwerb und beim Einstieg in ein Studium.

Deutsch im Alltag 

In der Sprachlernklasse sitzen die Flüchtlinge in Gruppen, bearbeiten Arbeitsblätter und lernen gemeinsam Deutsch. Die Studentin Katharina Krüger reagiert sofort, als sie von einer jungen Iranerin etwas gefragt wird. „Wir führen sie langsam an die Sprache heran. Bringen ihnen Sätze und Wörter bei mit denen sie ihren Alltag bewältigen können“, erklärt die Studentin. Nach drei Wochen werde dann intensiver Deutsch gelernt. Katharina Krüger weiß, dass Flüchtlinge wenn sie nach Deutschland kommen, oft alles verloren haben und dringend auf Hilfe angewiesen sind. Die Studentin kann daran nichts ändern, aber sie kann die Sprachbarriere verringern und sich engagieren.

Die Abteilung Interkulturelle Germanistik in Göttingen bildet Studenten in der Sprachenförderung aus und lässt sie praktische Erfahrungen sammeln. Einer dieser Studenten ist Philipp Ehlert, der bereits Flüchtlinge im Haus der Kulturen in Göttingen unterrichtet. „Im Unterricht spreche ich so viel Deutsch wie möglich, schwierige Dinge erkläre ich dann auf Englisch“, schildert Ehlert den Alltag in einer Sprachlernklasse. „Oft helfen sich die Teilnehmer auch gegenseitig.“ Das Bildungsniveau in der Gruppe variiert, genauso wie der Kenntnisstand. „Die meisten Teilnehmer sind unglaublich motiviert. Sie wollen die Sprache unbedingt lernen, sie üben viel, schauen deutsche Fernsehsendungen und suchen auf der Straße das Gespräch.“

Flüchtlinge fördern 

In der Klasse sitzen ältere Männer, aber vor allem junge Männer und Frauen - alle sind seit kurzem in Südniedersachsen. Vor allem deren Schicksal liegt der Universität und der Ministerin am Herzen. „Flüchtlinge brauchen Bildungschancen in Deutschland“, sagt Heinen-Kljajic schon bei ihrer Ankunft. Nach dem Treffen mit den Flüchtlingen ist sie davon noch stärker überzeugt: „Wenn Flüchtlinge ein Studium antreten wollen, müssen wir ihnen den Weg erleichtern und dürfen deren Weg nicht blockieren. Wir müssen verhindern, dass Flüchtlinge viel Zeit verlieren.“ Sie zeigte sich erfreut, dass die Universität Flüchtlingen eine Perspektive gibt. In Niedersachsen fördert das MWK fünf dieser Projekt, die Uni Göttingen erhielt eine Förderung von 50.000 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.