Land Niedersachsen in der Kritik 

Göttinger Studenten protestieren gegen Erhöhung der Semesterbeiträge und Mieten

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Kundgebung gegen höhere Semesterbeiträge: Gut einhundert Studenten lauschten am Montagnachmittag den Redebeiträgen vor der Zentralmensa.

Gut einhundert Studenten folgten am Montagnachmittag dem Protestaufruf des neuen „Bündnisses gegen die Unterfinanzierung der Studierendenwerke durch das Land Niedersachsen“.

Vor der Zentralmensa auf dem Uni-Campus demonstrierten sie gegen die Erhöhung des Studentenwerkbeitrages in Göttingen und gegen die Niedersächsische Landesregierung.

Die Kritik

Die Kritik richtet sich vor allem gegen das Land, das in Zeiten steigender Kosten nicht zahlt. Stattdessen würden die Studenten zur Kasse gebeten, die mit einem höheren Anteil des Studentenwerkbeitrages im Rahmen des Semesterbeitrages einspringen sollen. 

In Göttingen ist ab dem Frühjahr 2020 eine Erhöhung von 77 auf 97 Euro geplant. In den beiden Folgesemestern sollen weitere Erhöhungen folgen.

„Seit einiger Zeit investiert das Studentenwerk in neue Wohnheime und muss bestehende Einrichtungen sanieren. Dadurch ergibt sich ein erheblicher finanzieller Mehraufwand “, sagt Robert Rathke, Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses (ASta). 

Es sei höchst ärgerlich, dass sich das Land nicht ausreichend finanziell an der Arbeit der Studentenwerke beteilige. In anderen Bundesländern würden die Studentenwerke eine deutlich stärkere finanzielle Unterstützung erhalten.

Nötige Investitionen

Die Unterstützung des Landes beschränkt sich laut dem Studentenwerk seit Jahren auf 16,2 Millionen Euro für alle Studentenwerke in Niedersachsen – nach Göttingen gingen im vergangenen Jahr 3,63 Millionen Euro.

Das Studentenwerk stößt an seine finanziellen Grenzen: Für außerplanmäßige Sanierungen müssten mindestens 15 Millionen Euro aufgebracht werden. 

Zusätzlich zu den Redebeiträgen war ein Info-Stand auf dem Uni-Campus gebaut.

Hinzu kommen die Sanierungen der Wohnheime Rote Straße 1 bis 5/Burgstraße 52 für 5,5 Millionen Euro, die Sanierung der Nordmensa für 25 Millionen Euro, der Neubau des Wohnheims Lutterterrasse für 25 Millionen Euro und die Modernisierung des Wohnheims Robert-Koch-Straße 38 (7,8 Millionen Euro).

Die Verantwortung

„In den letzten Jahren bezahlen wir stetig mehr Geld für das Studentenwerk, mehr Miete in den Wohnheimen, mehr für das Essen in der Mensa, mehr für den Kaffee. Und das Land Niedersachsen? Das schaut zu“, bekräftigen die Bündnis-Vertreter. 

Für die Studenten ist klar: Das Land endziehe sich der Verantwortung. Viele seien auf günstige Angebote angewiesen. Wer Bildungsgerechtigkeit erreichen möchte, dürfe nicht an der sozialen Infrastruktur sparen.

Die Forderungen

Die Studenten fordern ein Sofortprogramm der Landesregierung zur Beseitigung des Sanierungsstaus und für den Neubau bei den Studierendenwerken von 150 Millionen Euro, eine Erhöhung des Landeszuschusses für Studierendenwerke um 25 Prozent und eine automatische, jährliche Erhöhung des Landeszuschusses um jeweils drei Prozent. 

Die Kostensteigerungen müsse gestoppt werden. „Her mit der Kohle, sonst gibt es Stress“, schloss ein Redner seinen Beitrag in Richtung des Landes Niedersachsen. 

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