Bearbeitung der Anträge dauert länger

Fehlerhafte Software sorgt für BAföG-Probleme in Göttingen

Göttingen. Knapp 7500 Göttinger Studenten haben in diesem Semester BÄföG beantragt. Viele werden aber noch eine Weile warten müssen, bis sie wissen, wie viel Geld sie bekommen.

Der Grund für die Probleme: Eine fehlerhafte Software zur Berechnung des Satzes. Die gute Nachricht: Geld gibt es trotzdem. Erst im Januar ging die Software „BAföG 21“ in Niedersachsen und acht weiteren Bundesländern an den Start. Sie sollte die Bearbeitung von Anträgen für die Sachbearbeiter vereinfachen. Das Gegenteil ist der Fall. Denn trotz zahlreicher Updates hätten die Mängel nicht behoben werden können, heißt es vom Göttinger Studentenwerk. Deshalb wurden die Verträge mit der Datenzentrale Baden-Württemberg nun vom Land gekündigt. Das Problem: Bis Ende 2017 wird man mit der Mängel-Software vermutlich noch zurecht kommen müssen.

Kommentar zu Göttinger BAföG-Problemen: Offener Umgang wünschenswert

Für die Sachbearbeiter bedeutet das mehr Arbeit. Sie müssen einen Großteil der Anträge einzeln auf die Korrektheit der vom Computer errechneten Zahlen überprüfen. Neben den täglichen Verwaltungsaufgaben und teils zeitintensiven Recherchen zu familiären Einkommensverhältnissen der Studenten kommt es deshalb zu Einschränkungen der Sprechzeiten. Dieser Zustand könne nicht mehr lange toleriert werden, sagt Dr. Jörg Magull, Geschäftsführer des Studentenwerks.

Die Situation ist auch für die Studenten, die BAföG beantragt haben, unbefriedigend. Auf einige könnten nach abschließender Berechnung hohe Rückzahlungen zukommen. Wie hoch die Zahl der unter Vorbehalt ausgezahlten Förderungen ist, konnte das Studentenwerk nicht beantworten. Ob und wenn ja mit welcher Software es nach „BAföG 21“ weitergeht, ist aktuell noch unklar.

Hintergrund: Was genau ist eigentlich BAföG?

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (kurz: BAföG) regelt seit 1971 die staatliche Unterstützung für die Ausbildung von Schülern und Studenten in Deutschland. Das Ziel ist es, die Chancengleichheit im Bildungswesen zu erhöhen. Basierend auf dem Einkommen der Eltern. dem eigenen Vermögen und weiterer Faktoren wird ein monatlicher Satz errechnet (Höchstsatz: 735 Euro). Während Schüler nichts zurückzahlen müssen, gilt bei Studenten in der Regel die Hälfte als Darlehen. Dieses ist bei 10.000 Euro gedeckelt. Mehr muss niemand zurückzahlen. Der Beginn der Rückzahlung orientiert sich an dem späteren Einkommen der Geförderten. Die wichtigsten Fragen zum BAföG beantwortet das Studentenwerk Göttingen hier.

Rubriklistenbild: © dpa

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