Göttinger suchen nach zweiter Erde

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Die Kuppel des 3,5-Meter-Teleskops Calar Alto in Südspanien: Das größte Teleskop im kontinentalen Westeuropa liegt in 2.100 Metern Höhe in der Sierra de los Filabres bei Alméria und soll bei der Suche nach der „Zweiterde“ helfen. 

Göttingen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert eine neue Forschergruppe zur Suche nach erdähnlichen Planeten an der Universität Göttingen.

Unter der Überschrift „Blaue Erden bei Roten Sternen“ wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems suchen. Die Koordination liegt beim Institut für Astrophysik der Universität Göttingen, an der Gruppe beteiligt sind die Universitäten Hamburg und Heidelberg, die Landessternwarte Tautenburg und das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Die beantragte Fördersumme liegt bei insgesamt rund zwei Millionen Euro für zunächst drei Jahre.

Auf der Suche nach der „Zweit-Erde“: Prof. Dr. Ansgar Reiners von der Universität Göttingen. Foto: Uni Göttingen/nh

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Projekt die Suche nach Planeten unserer Nachbarsterne voranbringen können“, erläutert der Sprecher der Forschergruppe, Prof. Dr. Ansgar Reiners von der Universität Göttingen. „Wenn wir verstehen wollen, wie Planetensysteme entstehen und sich Leben im All entwickelt, ist die Untersuchung dieser Sterne von besonderem Interesse. Die Forschung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass diese Sterne zahlreiche Planeten beheimaten.“

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in dem deutsch-spanischen Projekt „CARMENES“ zwei Spektrografen gebaut, die am Observatorium Calar Alto in Andalusien an einem 3,5-Meter-Teleskop betrieben werden. 

In den kommenden Jahren stehen ihnen hier mehr als 600 Beobachtungsnächte zur Verfügung. „Diese neuen Möglichkeiten der Beobachtung öffnen ein neues Fenster in die Welt dieser Planetensysteme“, so Reiners. „Für die wissenschaftliche Analyse brauchen wir spezialisierte Methoden und ein besseres Verständnis der Sterne selbst.“ Bisher wurde für diese Art von Forschung fast ausschließlich Licht im optischen Spektralbereich verwendet, die neue Forschergruppe verwendet dagegen auch langwelligeres infrarotes Licht. (pug/tko)

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