Göttinger Tafel schult den Umgang mit Flüchtlingen

Gestartet: Das Pilotprojekt „Freiwilligenarbeit als Hilfe für Flüchtlinge bei den Tafeln“. Foto: dpa

Göttingen. Die ehrenamtlichen Helfer der mehr als 900 Tafeln in Deutschland sollen für die Arbeit mit Geflüchteten geschult werden. In Göttingen starten bald die ersten Fortbildungen.

Das Pilotprojekt „Freiwilligenarbeit als Hilfe für Flüchtlinge bei den Tafeln“ laufe zunächst für drei Jahre an den drei Tafel-Standorten Göttingen, Bremerhaven und Marburg, sagte Koordinatorin Nora Reckhardt am Montag dem Evangelischen Pressedienst. Es wird von der „Aktion Mensch“ mit rund 220.000 Euro gefördert.

Die Tafeln seien häufig eine der ersten Anlaufstellen für Flüchtlinge, erklärt Martina May von der Göttinger Tafel. „Wir wollen die Ehrenamtlichen qualifizieren, damit sie die Geflüchteten gezielt und langfristig begleiten können“. Es gehe bei dem Projekt und den Schulungen auch darum, „wie man alte und neue Kunden zusammenfügt“, so May. Göttingen gelte zwar als liberale Stadt und sei auch durch das nahe Grenzdurchgangslager Friedland an geflüchtete Menschen gewöhnt, „aber auch hier gibt es Bedenken und Fragen, warum die Tafel Flüchtlinge unterstützt“. Nach ihren Angaben sind bei der Göttinger Tafel unter den derzeit 957 registrierten Kunden 432 Geflüchtete.

Flüchtlinge verteilen Essen

Drei Flüchtlinge helfen ständig oder gelegentlich in einer der fünf Ausgabestellen bei der Verteilung von Lebensmitteln. „Unsere Arbeit bietet sich für Geflüchtete an“, betonte May. „Die Flüchtlinge kommen in Kontakt mit anderen Menschen und können dabei ihre Deutschkenntnisse verbessern.“

Der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel, Jochen Brühl, sieht großes Potenzial in dem Pilotprojekt: Die Einbindung von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund in die Tafel-Arbeit sei für beide Seiten ein Gewinn.

Nach Brühls Angaben nutzen in ganz Deutschland zwischen rund 150.000 Flüchtlinge das Angebot der Tafeln.

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