Göttinger Tafel setzt Elektroräder beim Lebensmitteltransport ein

Umweltfreundlicher Lebensmittel-Transport: (von links) Klaus-Peter Sandrock, Anton Schmidt und Ingo Köhler gehen mit Lasten-Fahrrädern für die Göttinger Tafel auf Tour. Foto: Müller

Göttingen. Lebensmittelspenden umweltfreundlich zur Tafel oder zu bedürftigen Menschen transportieren - diese Möglichkeit bieten der Göttinger Tafel neue Elektrofahrräder.

In Kooperation mit der Gesellschaft „Neue Wege Neue Chancen" holen Fahrer ganz ohne Ausstoß von Kohlenstoffdioxid Nahrungsmittel in der Innenstadt ab. Vom neuen Projekt profitieren beide Partner: „Die Tafel hat immer nur wenige Mittel zur Verfügung und oft fehlt ihnen Personal“, sagt Christoph Filler, Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft. „Neue Chancen Neue Wege“ versuche Menschen eine Arbeit zu geben, denen es schwer falle, sich in die Gesellschaft zu integrieren.

Und so würden bei den Fahrten in der Stadt nicht nur hohe Energiekosten gespart und die Umwelt geschützt. Der Tafel bleiben Mitarbeiter, die bei der Ausgabe der Nahrung gebraucht werden und die Fahrer hätten eine sinnvolle Beschäftigung, sagt Filler. „Es ist wichtig, dass sie sich gebraucht fühlen und eine Aufgabe stabilisiert die Menschen.“

Jeden Tag gehen die Fahrer mit ihren Rädern auf Tour durch die Innenstadt, holen Lebensmittel ab und bringen diese direkt zur Tafel. Etwas mehr als eine Stunde würden sie dafür benötigen, sagt Tafel-Geschäftsführerin Martina May. „Im innerstädtischen Verkehr sind die Fahrräder sicher nicht langsamer als ein Transporter“, macht Filler deutlich.

Der Helm ist immer dabei

Die mit Elektromotor ausgestatteten Fahrräder besitzen zusätzlich Aufbauten, in denen sie sogar kleine Waschmaschinen transportieren könnten. „Das große Rad kann Lasten bis 250 Kilogramm tragen, die kleinen etwa 80 bis 90 Kilogramm“, sagt Filler. Eine Akkuladung reiche für 30 bis 40 Kilometer.

Auf den Touren immer dabei: ein Fahrradhelm. Denn die Räder können bis zu 25 Kilometer in der Stunde schnell werden, erklärt Auslieferungsfahrer Klaus-Peter Sandrock. „Wenn die Boxen beladen sind, muss man etwas aufpassen, um nicht die Kontrolle zu verlieren. Aber man gewöhnt sich schnell daran.“ Ein kleines Rad kostet 4.000 Euro, das große etwa 12.000 Euro. „Die Unterhaltungskosten sind aber wesentlich geringer als bei einem Auto. Die können wir selbst decken.“

Außerdem könnten so auch Menschen mitarbeiten, die keinen Führerschein besitzen, erklärt Filler. Finanziert wurden die Cargobikes von der Göttinger Litfin-Stiftung und der Sparkasse Göttingen. Der Landkreis habe die Fahrer vermittelt.

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