Folge der Unsicherheiten aus Corona-Krise

Göttinger Technologie-Konzern Sartorius kappt die Dividenden für 2020

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Seit längerem eine negative Meldung aus dem modernen Konzernzentrum in Göttingen: Sartorius kürzt die Dividende für 2020 kräftig. Grund sind die Risiken in der anhaltenden Corona-Krise. Gleichzeitig sieht die Firmenspitze Chancen darin, denn das Unternehmen ist in der Bio-Pharma-Produktionskette aktiv.

Göttingen – Das wird den Aktionären nicht schmecken: Die Sartorius AG will die Dividende für 2020 deutlich senken, statt der ursprünglich angekündigten Dividende je Vorzugsaktie von 71 Cent, schlägt der Aufsichtsrat der Hauptversammlung nun nur noch 36 Cent vor.

Für die Stammaktien wurd eine Halbierung von 70 auf 35 Cent empfohlen. Damit stimmt er Aufsichtsrat einem Vorschlag des Vorstandes zu.

2019 waren die Dividenden mit 62 beziehungsweise 61 Cent deutlich höher ausgefallen. Kurios: Über diesen Dividendenvorschlag muss nun eine Online-Hauptversammlung entscheiden. Die wird am 26. Juni stattfinden, nachdem die Präsenz-Hauptversammlung in der Göttinger Lokhalle am 26. März wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden war.

Die Dividenden-Kürzung sei eine Reaktion auf die Folgen der anhaltenden Pandemie-Krise, heißt es. Die Konzernspitze geht davon aus, „sich für einige Zeit auf erhebliche Unsicherheiten und Risiken einstellen zu müssen“.

Chance in Corona-Krise

Gleichzeitig ergäben sich aber auch „zusätzliche Chancen“ aus der Situation. Als eine solche nennt die Konzernleitung die Aussicht auf „weitere Verstärkung mit innovativen Technologien“. So ist Sartorius in Kontakt mit mehreren Entwicklern von Impfstoffen gegen das Coronavirus. Diese Geschäftsbeziehungen zu forschenden Einrichtungen und Unternehmen hatte Vorstandschef Dr. Joachim Kreuzburg auch kürzlich in einem Gespräch mit unserer Zeitung betont.

Kreuzburg hatte auch betont, dass sein im Biotech-Segment agierenden Konzern, der auch zahlreiche Pharma-Produzenten ausstattet, zurzeit eine durchaus gute Auftragslage hat, dass weltweit Materialien stark nachgefragt würden. Der Konzern stellt auch Zellkulturmedien, Bioreaktoren, Spezialfilter oder Analyseinstrumente her.

Kürzlich meldete Sartorius einen Zukauf, die Göttinger haben bestimmte Teile des US-Biotech-Unternehmens Danaher übernommen.

In der Corona-Krise, will der Sartorius-Konzern sich auch besonders engagieren, um Menschen und Institutionen zu unterstützen, die durch die Pandemiekrise besonders hart getroffen sind oder eine wichtige Rolle bei ihrer Bewältigung spielen.

Aktie auf Höhenflug

An der Börse, die Sartorius-Vorzugsaktie ist im M-Dax dotiert, sorgt die aktuelle Mitteilung des Unternehmens für einen kurzen Knick im Chart der Aktie, die am Mittwoch mit 298 Euro auf einem Allzeit-Hoch notierte: 293 Euro war der Kurs am Donnerstagnachmittag. Zum Vergleich: Am Jahresanfang notierte die Sartorius-Aktie bei 194,30, zwischenzeitlich wegen der Corona-Krise am 16. März kurzzeitig bei 173 Euro. vor genau einem Jahr bei 167,10 Euro.  tko

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