Plus bei Umsatz und Aufträgen

Göttinger Technologiekonzern Sartorius legt ganz starke Quartalszahlen vor 

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Neuer Campus: Das Werksgelände der Sartorius AG in Göttingen ist enorm gewachsen, wie das ganze Unternehmen.

Die Geschäftszahlen der Sartorius AG – und sie sind hervorragend. Der Göttinger Technologiekonzern meldet ein Umsatzplus von 16,5 Prozent im ersten Quartal.

Göttingen – „Wir müssen abwarten, was die Quartalszahlen bringen“ – so hatte Sartorius-Vorstandschef Dr. Joachim Kreuzburg kürzlich im Gespräch mit unserer Zeitung zurückhaltend seine Prognose formuliert. Jetzt sind die Geschäftszahlen des Konzerns da – und sie sind hervorragend. Die Sartorius AG meldet ein Plus beim Konzernumsatz von 16,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 508,9 Millionen Euro. Der Nettogewinn liegt bei 57,1 Millionen Euro, das ist ein Plus von 17,5 Prozent.

Das sind beachtliche Werte in Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise wegen Corona. Sartorius jedenfalls profitiert als Zulieferer und Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie davon, dass weltweit auch fieberhaft nach Medikamenten und einem Impfstoff gegen das Coronavirus und die Erkrankung Covid 19 geforscht und gesucht wird.

Eine Folge: In einem ohnehin starken Bestellungsquartal legte der Auftragseingang bei Sartorius noch einmal um 29,5 Prozent zu – und dass, obwohl die Nachfrage nach Laborinstrumenten speziell nach Stillständen in China deutlich abgenommen hatte. Aber: Aufgefangen worden seien diese Rückgänge durch eine lebhaft gestiegene Nachfrage für Verbrauchsmaterial in der Produktion von Medikamenten und Impfstoffen sowie für diagnostische Testkits.

Kein Wunder also, dass der Vorstandschef nun analysefreudiger ist, als noch vor wenigen Tagen: „Wir sind in der Summe sehr zufrieden mit den Ergebnissen des ersten Quartals und zuversichtlich für den weiteren Jahresverlauf“, sagte Kreuzburg am Dienstag nach Vorstellung der Zahlen.

„Natürlich stellt die Corona-Pandemie uns vor operative Herausforderungen, die wir aber erfolgreich bewältigen konnten“, schildert Kreuzburg, der darauf verweist, dass Sartorius ein für den Gesundheitssektor relevantes Unternehmen und von staatlichen Lockdowns der Wirtschaft – auch in anderen Ländern und Erdteilen – „relativ wenig betroffen oder ausgenommen sei“. So laufe die Produktion in allen Werken weitgehend unterbrechungsfrei.

Ein Blick auf die Regionen: In Amerika lag das Umsatzplus bei 17,1 Prozent auf 180,7 Millionen Euro. Im Asien-Pazifikraum bei 16,3 Prozent auf 122,2 Millionen Euro. In Europa erwirtschaftete Sartorius im ersten Quartal 207 Millionen Euro, das waren 16,1 Prozent mehr als im ersten Quartal 2019.

Bei den Sparten legte besonders Bioprocess Solutions zu und verzeichnete ein Umsatzplus von 22,4 Prozent auf 394,3 Millionen Euro. Die Laborsparte bewegte sich auf dem Vorjahresniveau und einem Plus von 0,1 Prozent auf 115,6 Millionen Euro.

Was die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 angeht, zeigt sich Sartorius trotz der Unsicherheiten bedingt durch die Corona-Pandemie positiv. „Die Unsicherheit sei größer als bisher“, heißt es vom Konzern. Das Umsatzplus wird nun in einer Spanne von 15 bis 19 Prozent erwartet (bisher 10 bis 13 Prozent). Dabei werde die Bioprocess-Sparte stärker als die Laborsparte zulegen.

Die Aktie jedenfalls reagierte mit einem Satz: Der Kurs sprang zeitweise am Dienstag auf 258 Euro – ein Allzeithoch für die Sartorius AG. Am Dienstagmittag rangierte sie bei 249 Euro.  tko

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