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Göttinger Theater im OP: Stück übers Scheitern mit wichtiger Botschaft?

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Von: Ute Lawrenz

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Uraufführung im Theater im OP in Göttingen: Stück „Oh! Ah! Mmh!“
Uraufführung im Theater im OP: Im Stück „Oh! Ah! Mmh!“ treten (hinten im Chor, von links) Konstantin Ivanisov, Stefan Matela, Barbara Korte, Thomas Löding, Tobias Wojcik, Heide Koltermann, Dominic Wolf sowie (vorn, von links) Bela Fiedel, Tommy Czapla und Jonathan Fiedel auf. © Dirk Opitz/ThOP/nh

Das Göttinger Theater im OP (ThOP) spielt eine Uraufführung mit viel Klamauk um Probleme im Alltag.

Göttingen – „Ein wichtiges Stück mit einer wichtigen Botschaft.“ - So wird das Stück „Oh! Ah! Mmh!“ im Theater im OP (ThOP) angekündigt. Dazu erfahren die BesucherInnen: „Das Scheitern gehört zum Leben wie der Brühwürfel in den Eintopf.“ Den Brühwürfel bekommen sie gratis.

Mit einer gehörigen Portion Klamauk lernen die Zuschauerinnen und Zuschauer vielleicht auch übers Scheitern. Sicher ist: An diesem gut durchgetakteten Abend in der Regie von Dajana Zehler geht es vor allem um eins - ums Lachen.

„Könnt ihr endlich mal aufhören zu proben?“, schreit eine Frau schon vor Stückbeginn auf der Bühne. Mit einem Mitarbeiter versucht sie, ein Banner für das Stück aufzuhängen. Drei Darsteller sind gleichzeitig dabei, ihrer Szene den letzten Schliff zu geben.

Theaterstück „Oh! Ah! Mmh!“ sorgt für viele Lacher beim Publikum.

Fast bedrohlich wirkt die Ansage „Handys ausschalten, damit heute Abend nicht noch mehr schiefgeht“. Doch was soll nicht gelingen beim Wäsche aufhängen? Wer keine Leine hat, nimmt volle Limo-Flaschen und richtet sie ein als Leinenständer. Wenn die Leine zu kurz hat, hilft eine Schere, um das Hemd um einen Streifen Verlängerung zu kürzen.

Kaum hängt die Leine, kommt eine Gruppe zur Eröffnung der „Ausstellung des Alltags“? zusammen. „Oh! Ah! Mmh!“ lauten die Kommentare zum kunstgesagten Wäscheständer - mal skeptisch, dann wieder begeistert.

Spaß macht in den stummfilmhaften Szenen zum Beispiel das Ballett mit Regenschirmen mit einem Schirm, der nicht so funktioniert wie die anderen. Zum immer wieder gespendeten Zwischenapplaus animiert auch die verzweifelte Fernbedienungssuche. Als die Steuerung endlich funktioniert, läuft auf der Bühne gespielte Werbung.

Einen transportablen Backofen wie die Kulinex 2000 hat sich nicht nur die Frau gewünscht, die das letzte Exemplar davonträgt. In der schweren Zeit kann sie sich sogar eine Flasche Sonnenblumenöl sichern. Mehl und Äpfel fallen nebenbei ab. Irgendwann reicht es für einen Kuchen.

Schnelle Wechsel der Szenen, aber auch der dargestellten Rollen

Die Szenen wechseln von karikierend bis albern. Genauso schnell schlüpfen die Darsteller mit neuen Kostümen in neue Rollen und bauen eifrig das Bühnenbild um. Grotesk wird es angesichts der bunten Auswahl von Seilen für einen Selbstmordkandidaten. Wem alles zu blöd ist, der kann gehen, in der Pause nach rund 70 Spielminuten.

Die, die bleiben, erleben noch ein Bad mit der Suche nach der üblichen Quietsche-Ente. Ist sie gefunden, findet sich im Badewasser aus Papierschnipseln vielleicht auch noch eine Fernbedienung? Sogar die erste Szene des Stücks lässt sich damit auf Knopfdruck heraufbeschwören.

Über weite Strecken ist die Inszenierung mit mehr als 15 Darstellenden und weiteren Machern in Technik und Ausstattung unterhaltsam. Wenn am Schluss der Kuchen mit der „Kulinex“ gelingt und ein Matrosenchor in „La Paloma“ einstimmt, steht dem Applaus nichts mehr im Wege. Die, die es klamaukig mögen, werden nach zwei kurzweiligen Stunden klatschen, trampeln. Wer die Botschaft sucht, sollte den Brühwürfel lesen.

Weitere Vorstellungen am 10.9. und 13.9. sowie unter theater-im-op.de

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