Göttinger Uni-Forscher rüsten gegen die Hackerszene auf

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Unsichtbare Angreifer: Um speziell Kraftwerke vor Hackerangriffen zu schützen, entwickeln Göttinger Informatiker eine neuartige Technologie.

Göttingen. Ohne Strom geht fast nichts: Ob Krankenhaus, Straßenbahn oder Industrie – unser Alltag ist abhängig von einer funktionierenden Stromversorgung. Das macht Kraftwerke zu einem kritischen Ziel für Cyberangriffe.

Denn gesteuert wird der Weg vom Kraftwerk zur Steckdose mithilfe von vernetzter Informationstechnik.

Um diese sensiblen Computersysteme besser vor gezielten Hackerangriffen von außen zu schützen, entwickelt das Institut für Informatik der Universität Göttingen jetzt eine neuartige Technologie zur Erkennung und Eindämmung von Cyberangriffen.

Das im November gestartete Projekt „Intelligente Intrusion-Detection-Systeme für Industrienetze (INDI)“ läuft drei Jahre und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,6 Millionen Euro gefördert. Partner des von der Universität Göttingen koordinierten Verbundprojektes sind die Vattenfall Europe Generation AG, die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg sowie die Genua mbH aus Kirchheim.

Suche nach Abweichungen

Die neue Technologie zur Abwehr von Hackerangriffen basiert auf dem Konzept der Anomalieerkennung. Dabei analysiert ein Computerprogramm den Netzverkehr innerhalb eines Kraftwerks mit Hilfe von Algorithmen des maschinellen Lernens. Anhand dieser Analyse berechnen die Wissenschaftler Modelle für die normale Kommunikation im Industrienetzwerk. Auffälligkeiten und Abweichungen von diesen Modellen können dann im Kraftwerk automatisch identifiziert und so mögliche Cyberangriffe aufgespürt werden.

„Wir erforschen völlig neuartige Sicherheitssysteme, die sich selbstständig an die unterschiedlichen Gegebenheiten von Industrieanlagen anpassen und so zugleich eine spezifische Analyse sowie eine breite Nutzung in IT-Netzen in der Strom-, Wasser- und Gasversorgung ermöglichen“, sagt Prof. Dr. Konrad Rieck, Leiter der Forschungsgruppe „IT-Sicherheit“ am Göttinger Institut für Informatik, der das Projekt leitet.

„Das INDI-Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Abwehr von modernen Cyberangriffen auf kritische Infrastrukturen und zum Schutz der energetischen Grundversorgung der Bevölkerung“, sagt Prof. Rieck, zu dessen Forschungsschwerpunkten Sicherheitsschutz für Computer und maschinelles Lernen zählen. (shx)

Weitere Informationen zum Projekt unter: www.indi-project.org

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