Orientierung an Hygienekonzepten

Göttinger Uni-Kino bereitet sich auf den Re-Start vor

Uni-Kino Göttingen: Macher von Uni-Film, oder unifilm.de, sind der „Erfinder“ Karsten Leffers (links) und Programmverantwortlicher Michael Heumos.
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Uni-Kino Göttingen: Macher von Uni-Film, oder unifilm.de, sind der „Erfinder“ Karsten Leffers (links) und Programmverantwortlicher Michael Heumos.

Studenten in Göttingen sehnen sich nach dem „normalen“ Uni-Betrieb in Lehre und Freizeit. Dazu gehört seit Jahrzehnten auch der Besuch des Uni-Kinos. Noch ist das aber nicht geöffnet. Immerhin tut sich eine Perspektive auf, aber noch kein Starttermin.

Göttingen – Als die Kinos geschlossen wurden und waren, sprach niemand über eine feste Größe der Kino-Szene und des studentischen Lebens in Göttingen: das Uni-Kino. Jetzt, da es um Öffnungen der Lichtspieltheater geht, nimmt die Öffentlichkeit erneut kaum Notiz davon, dass es auf der Internet-Seite Uni-Kino Göttingen seit dem 23. April 2020 nur die Notizen von abgesagten Filmvorführungen gibt – illustriert mit dem Hinweis Terminausfall „Outbreak – Covid 19“ in Anlehnung an einen ähnlich betitelten Film.

„Über uns spricht keiner, wir laufen unter dem Radar“, konstatiert Karsten Leffers. Der „Erfinder“ und Aufsichtsratsvorsitzende des bundesweiten Netzwerkes der in Göttingen beheimateten Unifilm AG, wünscht sich von der Universität Göttingen ein Zeichen, wann und wie es mit dem Kino im Hörsaal konkret weitergehen könnte: „Wir hängen in der Luft“, sagt Leffers, der mit seinem Uni-Kino Göttingen zu Gast in den Hörsälender am Zentralcampus der Uni ist. Folglich gelten die Hygienebedingungen und Regelungen der Corona-Landesverordnungen für öffentliche Räume.

Aktuell gilt bis zum 30. Juni für Veranstaltungen bei niedriger Inzidenz und einem Hygienekonzept, dass pro zehn Quadratmeter eine Person anwesend sein darf. „Unter diesen Umständen macht es für uns jedoch keinen Sinn, Kino zu machen“, ist das momentane Fazitum Uni-Film-Programmplaner Michael Heumos.

Das könnte sich aber ändern, wie rasch, das hängt von der Universität ab. Dort berät ein Krisenstab laut Pressesprecher Romas Bielke zurzeit, wie es im Wintersemester generell mit dem Lehrbetrieb weitergehen soll. Eine Entscheidung darüber sei in einigen Wochen zu erwarten.

Wenn, wie möglicherweise für Veranstaltungen beschlossen werden könnte, in den Uni-Räumen eine Person je 1,5 Quadratmeter zuzulassen, könnte sich die Filmvorführung lohnen: „Das würde uns im größten Hörsaal 011 etwa 150 Besucher ermöglichen“, sagt Heumos. Käme das Okay zügig, dann könnte das Kino im ZHG vielleicht „noch im Juli mit ein paar Filmen starten“. Danach stünden bereits die Semesterferien an und würden die Türen fürs Uni-Kino wieder schließen.

Dennoch: In den Räumen der unifilm.de auf den Zietenterrassen wird ein Hygienekonzept für den Fall der Fälle, den Unifilm-Kino-Restart, ausgebrütet. Die angepeilte mittelfristige Rückkehr zur Normalität bei auch im Herbst niedrigen Infektionszahlen würde bedeuten, dass das Uni-Kino planmäßig in der ersten Novemberwoche in den regulären Kinobetrieb zurückkehren könnte. „Der Termin liegt so spät, da die Vorlesungen erst am 25. Oktober beginnen“, sagt Michael Heumos. Open-Air-Kino-Events, wie vereinzelt an einer Handvoll anderer Hochschulen, plantdas Uni-Kino Göttingen hingegen nicht. Der Aufwand wäre zu groß, sagt Karsten Leffers.

Zurzeit ist eine Hochschule ganz in der Nähe ein Ausreißer, macht bereits seit dem 13. Juni wieder Uni-Kino: In Clausthal-Zellerfeld laufen im Kellerclub im StuZ seitdem Filme. Das ist dort möglich, da die Räume dem Verein gehören, die Kosten überschaubar sind – auch wenn das Hygienekonzept dort nur bis zu 24 Gäste erlaubt.

Die aktuelle Situation mit Online-Studium und nur einem Bruchteil der 30.000 Studierenden in der Stadt habe, so Leffers, letztlich massive Auswirkungen auf das kulturelle und wirtschaftliche Leben in Göttingen. „Und natürlich für die Studenten, die irgendwie ein ganz anderes Studium leben, als früher.“ Das Nichterleben der Uni-Kino-Vorführungen inklusive.

Das aber ist letztlich auch ein Werk von Studierenden. Die Filmteams mit bundessweit 1000 Helfenden machen Uni-Kino erst möglich – mit ihrer Passion, Hingabe, ihrem Wissen und der Freude. „Sie stehen für das, was unser Netzwerk ausmacht – ohne sie geht gar nichts“, sagt Karsten Leffers. Weitere Infos gibt es hier. (Thomas Kopietz)

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