Bund und Land zahlen 31 Millionen Euro

Göttinger Uni-Klinikum erhält einzigartiges Herz-Gehirn-Forschungszentrum

Noch ein Neubau für die UMG: 2022 soll ein Forschungszentrum für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Nervensystems entstehen - auf der Westseite des Uni-Klinikum-Geländes. Kosten: 31,6 Millionen Euro, bezahlt von Bund und Land.

Göttingen. Auf dem Gelände der Universitätsmedizin (UMG) soll ein Forschungsgebäude von nationaler Bedeutung entstehen: das „Heart and Brain Center“ (Herz-Gehirn-Zentrum).

Der Neubau soll etwa 31,6 Millionen Euro kosten, die zur Hälfte vom Bund und vom Land Niedersachsen getragen werden. Das Zentrum für etwa 100 Mitarbeiter, das ab 2018 im westlichen Bereich des Klinik-Geländes nahe der Feuerwache gebaut werden soll, wird nach Fertigstellung 2022 eine Plattform bieten, um häufige Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie des Nervensystems besser erforschen zu können.

Deshalb werden die bislang räumlich und fachlich getrennt arbeitenden und forschenden Bereiche Kardiologie und Neurologie in einem Haus zusammengeführt, wo auch interdisziplinäre Studien zu den Erkrankungen konzipiert und abgewickelt werden.

Ein solches Zusammenwirken von Herz- und Nerven-Forschern wäre einzigartig. „Das gibt es an keinem Forschungsstandort in Deutschland, und auch international gibt es kein vergleichbares Vorhaben“, teilt die UMG mit.

Im Ergebnis soll ein besseres Verständnis von Krankheitsmechanismen und die Entwicklung neuer Therapien stehen, wie die Antragsteller, Prof. Dr. Gerd Hasenfuß (Direktor Klinik Kardiologie) und Prof. Dr. Mathias Bähr (Direktor Klinik Neurologie) formulieren. Zudem passe es bestens in die Forschungsschwerpunkte am Göttingen-Campus wie Neurologie, Biologie, molekulare Bio-Wissenschaften, Physik, Pharmakologie und Humangenetik.

Für UMG-Vorstandssprecher Prof. Dr. Heyo Kroemer ist schon jetzt klar: „Die Möglichkeit der Erforschung von Hirn- und Herzerkrankungen in einem gemeinsamen Forschungsbau wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit auf ein neues Niveau heben.“

Projekt durch demografische Entwicklung notwendig

Das Projekt und die Arbeit seien vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und immer mehr älteren Menschen ebenso notwendig wie innovativ, sagt Kroemer. Der Vorstandssprecher erhofft sich auch, dass künftig mehr Nachwuchsforscher von außerhalb den Weg in das neue Zentrum finden werden. Das Zentrum sei zudem wichtig für die Uni Göttingen im Bemühen um eine erfolgreiche Exzellenzinitiative.

Die Projektkosten liegen bei 31,6 Millionen Euro, davon entfallen 2,1 Millionen Euro auf vier Großgeräte. Geplant sind in dem Gebäude gemeinsame zell- und molekularbiologische Labore, Bereiche für die Untersuchung von Probanden, moderne Großgeräte, eine Server-Infrastruktur inklusive Datenbank-Konzept.

Den Antrag der UMG hat der Wissenschaftsrat positiv bewertet und am Dienstag eine Empfehlung für eine Förderung an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern ausgesprochen.

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