Bezahlung für Intensiv-Pfleger

Uni-Klinikum zahlt bereits Zulagen außer Tarif

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Besondere Tätigkeit: Kinderintensivpflegekraft Anna versorgt einen kleinen Patienten auf der Kinderintensivstation 67 in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). An vielen Kinderkliniken und Kinderintensivstationen bundesweit gibt es zu wenige Pfleger und Krankenschwestern. Die MHH will nun mehr Geld zahlen.  

Göttingen/Hannover. Eine Zulage für Intensivpfleger wie an der Medizinischen Hochschule Hannover ist an der Uni-Klinik Göttingen nicht möglich - sie zahlt andere Zulagen.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) wird Intensivpflegern künftig bis zu 250 Euro im Monat mehr zahlen. Damit soll ein dort herrschender Notstand, vor allem in der Kinderintensivmedizin, behoben werden. Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) plant eine solche pauschale Gehaltserhöhung zunächst nicht, wie es auf Nachfrage unserer Zeitung heißt.

Das liegt auch an der unterschiedlichen rechtlichen Grundlage beider Standorte. Das Land Niedersachsen über das Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) ist Träger der MHH. Zulagen müssen über das MWK freigegeben werden. Die UMG ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie muss außertarifliche Zulagen über das Aufsichtsgremium, den Stiftungsausschuss Universitätsmedizin, abstimmen. Man ist also eigenständiger, ist aber nicht direkt mit den Landesfinanzen verbunden.

So gibt es denn auch seitens der UMG „mit dem MWK aktuell keine Verabredungen und Gespräche mit dem MWK über Zulagen für den Pflegedienst in der Intensivmedizin“, wie UMG-Sprecher Stefan Weller auf Anfrage mitteilt. Auch habe die UMG keine Kenntnisse über die Verhandlungen bezüglich der Zulagen zwischen MHH und Ministerium. Solche allgemeinen Zulagen zum Tarifgehalt sind in der Uni-Medizin Göttingen deshalb vorerst nicht geplant.

Die UMG weist aber darauf hin, dass man bereits außertarifliche Zulagen in einzelnen Bereichen zahle – so für den „Verfügungsdienst“, der zunächst in einzelnen Bereichen eingeführt worden ist. Dabei erhalten Pflegekräfte, die einen Bereitschaftsdienst leisten, wenn sie angefordert werden, einen zusätzlichen Festbetrag – und eine Überstundenvergütung. „Die UMG versucht sich, bei den Zulagen an dem Bedarf der Mitarbeitenden auszurichten“, sagt Weller. So habe die seit Mai tätige neue Pflegedirektorin Helle Dokken im Sommer eine Befragung im Pflegefunktionsdienst gestartet. „Das Ergebnis zeigt, dass bei den Mitarbeitenden in der Wichtigkeit ein ausreichend vorhandenes Personal ganz oben steht und nicht alleine die Vergütung.“ (tko)

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