Neues Projekt

Göttinger Uni-Medizin: Bessere Therapien mit Computernetz

Göttingen. Großer Erfolg für die Medizininformatiker aus Göttingen, Hannover und Heidelberg: Computer der Hochschulen werden zu einem speziellen Datennetz miteinander verknüpft. Dadurch sind bessere Therapien möglich.

An der Universitätsmedizin Göttingen investiert das Bundesforschungsministerium für das Projekt HiGHmed insgesamt sieben Millionen Euro, nach Hannover gehen etwa 6,6 Millionen Euro.

Neben den Uni-Kliniken sind auch das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und weitere Partnern mit an Bord. Ziel ist es, durch neue medizininformatische Lösungen und einen übergreifenden Datenaustausch Krankenhausinfektionen besser zu bekämpfen sowie Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirkungsvoller zu behandeln. „Unsere Vision ist, dass jede Ärztin und jeder Arzt, egal ob in Kliniken, Haus- oder Facharztpraxen, alle verfügbaren Erfahrungswerte und Forschungsergebnisse auf Knopfdruck abrufen und in seine Therapieentscheidungen einbeziehen kann. Dadurch werden die Patientinnen und Patienten zukünftig noch besser beraten und therapiert“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka anlässlich der Bekanntgabe der geförderten Zentren.

„Im Rahmen von HiGHmed haben wir drei Kliniken vereint, die in der Forschung und klinischen Versorgung auf Spitzenniveau arbeiten. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir ein Konzept entwickelt, wie wir die neuesten Informationstechnologien einsetzen können, um Forschungsergebnisse aus der Genomforschung oder Daten von tragbaren Sensoren schnell zum Nutzen des Patienten bringen zu können“, sagt HiGHmed-Konsortialführer Prof. Dr. Roland Eils von der Uni Heidelberg.

Finanzierung durch den Bund

Finanziert wird das Projekt vom Bundesforschungsministerium, das für eine Medizininformatik-Initiative insgesamt 150 Millionen Euro bereitstellt. Etwa 30 Millionen Euro davon gehen an das Projekt der drei Uni-Kliniken Heidelberg, Göttingen und Hannover.

Prof. Dr. Heyo K. Kroemer

HiGHmed ist eines von vier geförderten Projekten bundesweit. „Was wir brauchen, sind intelligente Lösungsstrategien, die über einzelne Standorte hinausgehen“, sagt Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandssprecher und Vorstand Forschung und Lehre der Universitätsmedizin Göttingen. Gerade in Göttingen könne dabei insbesondere aus den Forschungsschwerpunkten Herz-Kreislauf-Medizin und Onkologie umfangreiche Kompetenz und Datenmaterial einbringen, ist sich Kroemer sicher. 

Viele Partner sind an dem Netzwerk-Projekt beteiligt

Die Abkürzung HiGHmed steht für „Heidelberg-Göttingen-Hannover Medizininformatik“.

Die Partner im Korsortium HiGHmed profitieren von ihrer langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet der klinischen Informationstechnologie in den Bereichen Entwicklung, Anwendung und Ausbildung. Der Aufbau von Datenintegrationszentren an jedem Universitätsklinikum soll die Aufnahme neuer Partnerzentren sicherstellen. Mit der Sana Kliniken AG beteiligt sich ein deutschlandweiter, privater Krankenhausbetreiber an den Entwicklungen. Ein zusätzliches Datenzentrum mit Fokus auf Gen-Daten und radiologische Bilddaten am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) wird mit den klinischen Zentren eng verknüpft. Zum Datenaustausch zwischen den Einrichtungen setzt das Konsortium auf offene Lösungen.

Weiterer regionaler Projektpartner ist die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst.

Rubriklistenbild: © Kopietz

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