Göttinger Wissenschaftlerin

Bei EU-Bürgern besonders beliebt: Deutschland und Großbritannien

Prof. Céline Teney von der SozialwissenschaftlichenFakultät

Ganz vorn zum Arbeiten und Leben in der EU sind laut einer Studie Deutschland und Großbritannien.

EU-Bürger haben die Wahl: Das Recht auf Freizügigkeit macht es möglich, der Heimat den Rücken zu kehren und sich in jedem beliebigen Land der EU niederzulassen. 

Ganz vorn in der Beliebtheitsskala stehen dabei Deutschland und das Vereinigte Königreich. Das hat eine Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Göttingen, Bremen und Köln ergeben.

Gemeinsam mit dem Bremer Soziologen Prof. Dr. Michael Windzio und dem Kölner Soziologen Sven Lenkewitz analysierte Prof. Dr. Céline Teney, Professorin für Grundlagen der Sozialwissenschaften am Göttinger Institut für Soziologie, die Faktoren für die Binnenmigration in der Europäischen Union und die Entwicklung der Ein- und Auswanderungszahlen ihrer Mitgliedsstaaten in den Jahren 2001 bis 2013. Ergebnis: Insbesondere die reicheren Länder seien attraktiv für europäische Einwanderer, stellten die Forscher fest. Außerdem finde vor allem zwischen Nachbarländern viel Migration statt.

Neue Gesetze innerhalb der EU können Einwanderungsströme laut den Forschern ebenfalls steuern. So hat die Öffnung des Arbeitsmarktes für Bürger aus den neuen Mitgliedstaaten zu höheren Einwanderungsraten geführt. Andersherum war der EU-Beitritt der neuesten Mitgliedstaaten mit höhere Auswanderungsraten für diese Länder verbunden.

Keine Prognose wagen die Wissenschaftler für die Folgen eines Brexits auf den Status des Vereinigten Königreichs und Deutschland als beliebteste Zielländer. Die Studie lasse vermuten, dass das Vereinigte Königreich seinen Status als beliebtestes Zielland der europäischen Binnenmigration nicht so leicht verlieren wird. „Unsere Ergebnisse unterstreichen die Push- und Pull-Faktoren für die Ein- und Auswanderung innerhalb der europäischen Mitgliedsstaaten. Es hat sich gezeigt, dass regulatorische Veränderungen innerhalb der EU eine eher zweitrangige Rolle bei der Entscheidung für Migration spielen“, sagt Teney.

Der Artikel „A network analysis of intra-EU migration flows: How regulatory policies, economic inequalities and the network-topology shape the intra-EU migration space” ist im Journal of Ethnic and Migration Studies erschienen.  zsh

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