10 000 Euro

Göttinger Verein spendet für peruanisches Frauenhaus

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Unterstützen misshandelte und missbrauchte Frauen in peruanischen Cuzco: (von links) Carola Kleinjohann, Dr. Stephan Kleinjohann sowie Rosa Maria Schnepf und Gabi Braun vom Verein „Cristo Vive Europa-Partner Lateinamerikas“.

Carola und Dr. Stephan Kleinjohann haben dem Frauenhaus Sonqo Wasi in Cuzco in den peruanischen Anden 10 000 Euro gespendet. Die Zufluchtsstätte wird von dem in Göttingen in ansässigen Verein „Cristo Vive Europa-Partner Lateinamerikas“ unterstützt.

Das Frauenhaus war bei seiner Gründung im Jahr 2003 das erste überhaupt in Peru, sagte die Vorsitzende des Vereins, Gabi Braun, bei der Spendenübergabe im Pfarrheim St. Paulus an der Göttinger Wilhelm-Weber-Straße. Es geht auf eine Initiative von Cristo Vive mit Schwester Karoline Meyer zurück. Sie engagiert sich in Chile, Bolivien und Peru für die Verbesserung der Lebensumstände armer Menschen und setzt für ihre individuelle Förderung sowie soziale Integration ein.

Die Göttingerin Rosa Maria Schnepf berichtete, dass Cristo Vive in dem Frauenhaus bis zu 15 Frauen mit ihren Kindern betreut, die in ihren Familien missbraucht und/oder körperlicher und/oder psychischer Gewalt ausgesetzt gewesen sind. Sie kommen in der Regel aus armen Verhältnissen, haben weder eine abgeschlossene Schulausbildung noch eine Berufsausbildung.

Im Frauenhaus wird ihnen psychologisch, juristisch und seelisch geholfen. Außerdem besuchen die traumatisierten Frauen beispielsweise Backkurse und lernen Haushaltsführung zur Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben. Ihre Erzeugnisse können sie auf dem Markt der 3400 Meter hoch gelegenen Stadt verkaufen.

Die zweite Säule der Vereinsarbeit ist der ambulante Dienst. Als Rosa Maria Schnepf im Herbst vergangenen Jahres dort war, suchten täglich zehn bis 15 Frauen Hilfe. Auch Männer, die gegenüber ihren Frauen gewalttätig geworden waren, können dort Unterstützung bekommen, wenn sie bereit dazu sind.

Cristo Vive finanziert in Cuzco fünf hauptamtliche Kräfte. Außerdem unterstützen zahlreiche Ehrenamtliche und andere Helfer die Einrichtung. Momentan wird ein Kindergarten mit Mittagstisch in der Nachbarschaft des Frauenhauses aufgebaut. Außerdem soll eine Bäckerei entstehen.

Die Arbeit für die Frauen ist enorm wichtig. Denn die Gewaltbereitschaft ist hoch. Nach den Worten von Rosa Maria Schnepf sind allein in Cuzco im vergangenen Jahr 30 Frauen von ihren Männern ermordet worden. Im ganzen Land soll es jeden Tag einen Mord oder einen Mordversuch an einer Frau geben. 

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