Jubiläumsabend ist abgesagt

Göttinger Waldrand-Orchester feiert runden Geburtstag - ohne Festakt

+
Das Göttinger Waldrand-Orchester: Die Musiker feiern mit einem Jubiläumsabend im Alten Rathaus an diesem Samstag den 50. Orchester-Geburtstag.

Das Waldrand-Orchester feiert an diesem Wochenende sein 50-jähriges Bestehen. Das Orchester ist die wohl älteste Jazzband Norddeutschlands.

Aktualisiert am 13.3. um 17.24 Uhr - Der dazu geplante Festakt am Samstag, 14. März, im Alten Rathaus in Göttingen muss aber wegen der Folgen durch das Coronavirus entfallen. Als Gratulanten waren Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Landrat Bernhard Reuter und Gleichens Bürgermeister Manfred Kuhlmann erwartet worden. Die Laudatio sollte Orchestergründer Dr. Carl Mahlmann halten. Dem Festakt-Publikum sollte ein repräsentativer Querschnitt von Jazz-musikalischen Leckereien geboten werden, für die das Waldrand-Orchester seit 50 Jahren steht.

Das Waldrand-Orchester wurde 1970 im Waldschlösschen am Waldrand, nahe der Jazz-Hochburg Göttingen, gegründet. Die Besetzung besteht aus zehn Musikern und drei Musikerinnen: Zum Ensemble gehören Saxofone, Klarinetten, Trompeten, Posaune, Tuba, Bass, Piano, Banjo, Schlagzeug und Violine.

Das Waldrand-Orchester hat sich seit dem Start am Stil der europäischen Hot-Jazz-Orchester der 20er- und der frühen 30er-Jahre orientiert, den man am besten mit dem Begriff „Ballroom-Jazz“ umschreiben kann. Wie in den 1920er-Jahren üblich, werden Arrangements schwarzer und weißer amerikanischer Hot-Jazz-Orchester, zum Beispiel Mc-Kinney’s Cottonpickers, Joe „King“ Oliver, Duke Ellington und Louis Armstrong, verarbeitet.

Das Waldrand-Orchester hat aber auch Original-Arrangements von britischen Orchestern jener Zeit und von deutschen Orchestern der 1920er- und 1930er-Jahre im Programm. Als Beispiel seien die Orchester Julian Fuchs, Friedrich Holländer, Michael Jary und Teddy Staufer genannt.

Neben Titeln aus alten deutschen Tonfilmen, wie beispielsweise „Ich brech’ die Herzen der stolzesten Frau’n“ oder „Das Fräulein Gerda“, wurde das Waldrand-Orchester nicht zuletzt durch die Comedian Harmonists zur Bildung eines dreistimmigen Vokalsatzes, mit deren Schlagern „Wochenend und Sonnenschein“, „Mein kleiner grüner Kaktus“, und „Veronika“, inspiriert. Bei aller gebotenen musikalischen Werktreue bemüht sich das Waldrand-Orchesters, die Stücke so original wie nötig, aber so originell wie möglich zu präsentieren.

VON BERND SCHLEGEL

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.