Göttinger Weltladen kämpft ums Überleben: Trittin-Spende soll helfen

Wollen den Weltladen am Leben halten: (von links): Jürgen Trittin (Die Grünen) und Robert Buchmann. Foto: Voß

Die Geschäfte im Weltladen laufen schlecht. Überraschende Unterstützung bekamen die Mitarbeiter nun aus Berlin.

Nach Jahrzehnten florierender Umsätze kämpfen die Mitarbeiter des Göttinger Weltladens seit Monaten um die Fortführung des mittlerweile finanziell angeschlagenen Geschäfts. Unterstützt wurden sie in ihren Bemühungen nun durch den Grünen Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin. Für den Erhalt des Weltladens spendete er 500 Euro.

Gerade eine Stadt wie Göttingen sei geprägt durch eine bunte Vielfalt von Initiativen und Institutionen. Der Weltladen gehöre zwingend dazu, betonte der Absolvent und einstige wissenschaftliche Mitarbeiter der Uni Göttingen.

Bereits vor einigen Jahren hatte der 62-Jährige dem Geschäft des Trägervereins Solidarische Welt abgestattet und sich von dem Hauptzweck, der politischen Bildungsarbeit, überzeugt. Auch dieses Mal überzeugte ihn das Konzept des Vereins.

Insbesondere sei es in einer sich ständig verändernden Welt sinnvoll, möglichst früh mit der politischen Bildung bei Kindern und Jugendlichen zu beginnen, betonte er.

Weltladen vor dem Aus?

Dem konnte auch Robert Buchmann, Öffentlichkeitsbeauftragter des Vereins nur zustimmen. Allerdings sei eine solche momentan auf der Grund der angespannten Situation im Weltladen nicht möglich. „Uns fehlt es an Kunden, Spenden und Mitarbeitern“, bekannte er.

Während der Laden in den vergangenen Jahrzehnten überwiegend durch Studierende und Ehrenamtliche geführt worden war, sieht es zur Zeit in der Personalplanung eng aus. „Viele Studierende haben durch ihr straffes Studium einfach keine Zeit mehr zu helfen“, sagte Buchmann.

Dies wirke sich auch auf die Öffnungszeiten des Ladens aus. In den vergangenen Monaten habe das Geschäft wegen fehlenden Personals geschlossen bleiben müssen. Zudem hätten er und seine Mitstreiter den Eindruck, dass der Weltladen allmählich aus den Köpfen der Göttinger verschwinde. Nur so lasse sich denn auch der Spendenrückgang erklären. „Ob wir es uns nach Weihnachten noch finanziell und personell leisten können, zu öffnen, ist noch nicht absehbar“, erklärte er.

Mit einer Werbemaßnahme will Trittin diese Schließung verhindern. Bei seinem Besuch kündigte er an, den Link des Weltladens in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter zu posten. „Und diese Wirkung ist nicht zu unterschätzen“, so Trittin, „Bei Twitter habe ich zwischen 50 und 60 000 Follower.“

Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten des Weltladens gibt es unter www.weltladen-goettingen.de

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