Lockere Gespräche in der Lokhalle

Göttinger Wirtschaftsempfang: Betriebe sollen Flüchtlingen Chancen geben

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Göttingen. Unternehmen aus Göttingen werden schon bald noch mehr Flüchtlinge als bisher beschäftigen können.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler kündigte am Montag bei Wirtschaftsempfang der Stadt vor hunderten Gästen in der Lokhalle an, dass die Ausländerbehörde der Stadt in kürzester Zeit die notwendigen Arbeitserlaubnisse erteilen werde.

Das Thema Flüchtlinge beherrschte die Rede des Verwaltungschefs. Zwar habe die Stadt derzeit eine Atempause, aber trotzdem sind weiterhin 60 Mitarbeiter der Stadt mit dem Thema befasst. Derzeit leben in der Uni-Stadt etwa 1500 Flüchtlinge.

Gleichzeitig rief Köhler die Betriebe auf, weiterhin Flüchtlingen Chancen zu geben. Als positiven Pionier hob Köhler die Firma Sartorius hervor. Dort sei es gelungen, Sprachförderung mit Praktika zu verbinden. Köhler kündigte an, die Unternehmen bei den notwendigen Formalien zu entlasten. Außerdem wird es ab September einen Arbeitgeberservice in Göttingen geben, der Unternehmen unterstützt, wenn sie Praktika für Flüchtlinge anbieten oder sie einstellen wollen.

Gleichzeitig verwies Köhler auf die derzeit gute Lage der Stadt. So gebe es seit vier Jahren Überschüsse im Haushalt. Allerdings müsse die strenge Ausgabendisziplin eingehalten werden.

Köhler machte deutlich, dass die gute Position nur durch den Zukunftsvertrag mit dem Land erreicht wurde. Jetzt gebe es die Chance, in wichtige Infrastrukturprojekte zu investieren, was auch den Unternehmen nützen werde.

Ob die Stadt attraktiv bleibt, hängt aus Sicht von Köhler von der Wohn- und Lebensqualität ab. Ganz zentral ist für ihn der Neubau von fast 5000 neuen Wohnungen bis 2030. Der Oberbürgermeister rechnete vor, dass dafür fast eine Milliarde Euro aufgewandt werden muss. Ganz wichtig ist Sicht des Verwaltungschefs dabei der soziale Wohnungsbau: "Das ist kommunale Grundversorgung."

Um im Wettbewerb der Städte weiter vorn zu landen, will sich Göttingen noch besser verkaufen. Dazu soll an Herbst das Stadtmarketing verbessert werden, betreut durch ein Beratungsunternehmen.

Entwicklungspotentiale bieten laut Köhler freie Flächen innerhalb der Stadt. Ein Beispiel dafür ist aus Sicht des Verwaltungschefs der Bereich des Güterbahnhofs. Köhler erinnerte an den geplanten Neubau eines Gebäudes für das Goethe-Institut oder das neue Probenzentrum des Deutschen Theaters.

Göttinger Wirtschaftsempfang: Lockere Gespräche in der Lokhalle

Neuer Service für Unternehmen

In der Stadtverwaltung gibt es ab sofort eine neue Servicestelle für Wissenschaft und Wirtschaft. Die Mitarbeiter sollen Lotsen durch die Verwaltung sein und beispielsweise Betrieben helfen, wenn sie Bauvorhaben planen oder Genehmigungen benötigen. Die neue Servicestelle ist dem Oberbürgermeister direkt unterstellt.

Kontakt:  Servicestelle für Wissenschaft und Wirtschaft der Stadt Göttingen, Hiroshimaplatz 1 bis 4, 37083 Göttingen, Tel. 0551/400-2211, E-Mail: sww@goettingen.de

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