Streit mit Studentenwerk

Göttinger Wohnprojekte lehnen vorgelegte Mietvertragsentwürfe ab

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Wohnprojekt an der Roten Straße in Göttingen: Jetzt gibt es Streit um Mietverträge für Interims-Wohnraum während der Sanierungsphase.

Göttingen. Die Mitglieder der studentischen Wohnprojekte Rote Straße und Burgstraße in Göttingen sind sauer: Noch immer hat die Sanierung der Gebäude durch das Studentenwerk nicht begonnen. Jetzt gibt es Streit um vorgelegte Mietverträge für Interims-Wohnraum.

Vor einem Jahr habe es einen Grundsatzbeschluss des Stiftungsrates gegeben, dass der Beginn der Sanierung noch 2018 angestrebt werde. Seitdem sei nicht viel passiert, kritisieren die „Hausprojekte in der Roten Straße“. Lediglich Gespräche und Schriftwechsel habe es in diesem Jahr. Jetzt habe das Studentenwerk den Hausprojekten neue Mietverträge vorgelegt. Daran sei vom Studentenwerk die Forderung geknüpft, dass die Sanierung abgeblasen werde, wenn die Verträge nicht unterzeichnet werden.

„Die uns vorgelegten Entwürfe stellen allerdings keine Verhandlungsgrundlage dar. Unter anderem beinhalten sie Mietsteigerungen von mindestens 160 Prozent. Eine sich anschließende Staffelmiete soll zudem ab dem ersten Geltungsjahr die Miete erheblich erhöhen“, so die Kritik der Hausprojekte.

Die Studenten fürchten um die Existenz ihres Projekts. Sie fordern stattdessen: Die Sanierung muss im April kommenden Jahres beginnen – unabhängig von den Mietverträgen.

Das Studentenwerk weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass den Betroffenen bei einem Treffen Mietvertragsentwürfe für den Interims-Wohnraum während der Sanierung und die Zeit danach überreicht wurden. „Wir befinden uns inmitten einer entscheidenden Verhandlungsphase“, sagte Jörg Magull, Geschäftsführer des Studentenwerks, zur aktuellen Entwicklung. Er will den Stiftungsrat des Studentenwerks eine Woche vor Weihnachten über die Ergebnisse informieren und hofft auf eine Einigung.

Solidarität

Mit den betroffenen Bewohnern erklärt sich unterdessen das Hausprojekt Goßlerstraße 17/17a solidarisch. „Wir als Hausprojekt sind Teil der gemeinsamen Kämpfe um langfristig bezahlbaren Wohnraum in Göttingen“, sagt Janna Winterdorf. Die vom Studentenwerk Göttingen angestrebten Mieterhöhungen nach der Sanierung haben aus Sicht dieser Initiative „zwangsläufig eine Verdrängung einkommensschwacher Mieter“ aus der Innenstadt zur Folge, heißt es in einer Mitteilung.

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