Bauprojekt der Städtischen Wohnungsbau GmbH Göttingen

600 Wohnungen: Eine historische Chance für das Göttinger Ebertal

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Darum geht es: Die Häuser (dunkle Dächer)und das Projekt „Grüne Mitte Ebertal“ der Städtischen Wohnungsbau GmbH reicht von der Wörthstraße (unten) bis zum Steinsgraben (breite Straße links). Im Gebiet sind auch Kindertagesstätte, Lohbergschule (Mitte) und neuer Nahversorger Rewe-Markt (unten großes helles Flachdach). Rechts unten das Gothaer-Gelände mit Hochhaus und Parkplätzen. Die Wohnblocks oben mit den roten Dächern gehören der Volksheimstätte Göttingen . 

Göttingen. 454 Wohnungen gibt es im Wohnviertel „Lönsweg", 600 mit unterschiedlichen Zuschnitten sollen es sein, wenn das Quartier "Grüne Mitte Ebertal" fertig ist. 

Bauherr ist die Städtische Wohnungsbau GmbH. Sie hat auch die Planungshoheit für das Projekt, das die Geschäftsführerin Claudia Leuner-Haverich als „große städtebauliche Chance“ bezeichnet.

Die teilweise nicht mehr sanierungsfähigen Betonbauten aus der Mitte der 60er-Jahre werden Gebäuden und Wohnungen mit modernen Standards weichen – vom Sozialen Wohngsbau, bis zum Penthouse, vom Laden bis zu Büros, angeboten zu unterschiedlichen Mietpreisen.

Neues Gesicht

Das Gebiet soll außen ein neues Gesicht, innen einen veränderten Charakter erhalten. „Wir sind uns dieser Möglichkeiten bewusst, sie spielen in der Planung eine große Rolle“, sagt Leuner-Haverich.

Geschäftsführerin: Claudia Leuner-Haverich.

Die Überlegungen skizziert mit Sergio Pascolo ein Architekt, der für die Städtische Wohnungsbau bereits preisgekrönte Häuser auf den Zietenterrassen sowie im Windausweg entworfen hat. Der Venezianer, dem die soziale und gesellschaftliche in seinen Projekten stets sehr wichtig ist, sagt begeistert: „Wir können dort ein Quartier praktisch neu entwickeln – eine fast einmalige Chance.“

Bauen im Wohnalltag

Man werde die Grundstücke besser ausnutzen und vereinzelt höher bauen sowie die Zuwegung und Platzgestaltung durchdenken, umreißt Claudia Leuner-Haverich grob die Planung. Sie betont, dass die 1100 Bewohner bleiben können und sollen – auch während der Bauphase.

Architekt für Städt. Wohnungsbau: Sergio Pascolo.  

Die Besonderheit dabei: Gebaut wird im normalen Wohnalltag. Das heißt: Bevor ein Haus weichen muss, wird an der Wörthstraße ein neues Gebäude entstehen, damit die Mieter in dieses umziehen können. Als „eine anspruchsvolle, organisatorische Aufgabe“, bezeichnet Claudia Leuner-Haverich das Verfahren, das bei den älteren Menschen rund um den Lönsweg aber kein unbekanntes ist. Denn beim Bau der bestehenden Wohnhäuser und dem Abriss der vorherigen Barackensiedlung lief es ähnlich.

Ur-Ebertäler Jankowiak

„Die meisten der aktuellen „Ebertaler“ sind der „Grünen Mitte“ gegenüber aufgeschlossen, sagt Richard Jankowiak. Er ist Mieter-Vertreter und quasi ein Urgestein des Viertel, wohnt seit 1979 am Lönsweg. „Manche aber befürchten, dass sie sich die neuen Wohnungen nicht mehr leisten können“, berichtet. Leuner-Haverich zerstreut die Bedenken: Die öffentlich geförderten, neuen Wohnungen sollen für 5,60 bis 7 Euro je Quadratmeter vermietet werden, Premium-Wohnungen werden teurer.

Auch das soll helfen, die Vision von einem neuen Quartier-Mix Realität werden zu lassen. Richard Jankowiak jedenfalls steht dahinter: Allein schon, weil die Homogenität des besonderen Viertels in den vergangenen 20 Jahren durch Wegzug und Zuwanderung ein Stück weit verloren gegangen sei. Bedingt aber auch durch den Umzug des SC Hainberg auf die Zietenterrassen. Einige „Stamm-Ebertäler“ gingen mit auf die „Zieten“, erzählt Jankowiak. „Ein neuer Mix wäre gut. „Aber jeder der will sollte bleiben können“, betont er.

Freitag: Bürgertreff

„Wir werden auf ihre Wohnbedürfnisse und Lebensverhältnisse eingehen“, sagt Leuner-Haverich. Und die Bewohner werden beteiligt: Am Freitag, 11. August, ab 15 Uhr gibt es in einem Zelt „Am Steinsgraben 32“ eine Anwohnerversammlung. „Wir sind offen, hören uns die Wünsche und Ängste an – alles wird gesammelt“, sagt die Wohnungsbau-Geschäftsführerin. Im weiteren öffentlichen Prozess sollen später konkretere Pläne vorgestellt werden. 

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