Catering-Unternehmen

Goldkorn-Insolvenz: Der Betrieb läuft weiter

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Restaurant „Lokalneun“ am Wochenmarktplatz – darunter L´Osteria – „Lokalneun“-Betreiber Goldkorn ist insolvent. Der Betrieb läuft weiter.

 Das Göttinger Unternehmen Goldkorn hat einen Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Goldkorn catert kleinere Feiern ebenso wie Messen und Großveranstaltungen mit Konzerten in der Lokhalle und Musikfestivals, betreibt zudem die Restaurants „Lokalneun“ – über dem Italiener „L´Osteria“ – am Wochenmarktplatz und „Kepler“, ehemals „Planea“ an der Göttinger Sternwarte.

Der vom Amtsgericht bestellte Insolvenzverwalter Peter Staufenbiel versichert aber, dass der Betrieb wie geplant weiterlaufe, alle gebuchten Veranstaltungen, Privat- und Weihnachtsfeiern würden stattfinden, dafür sorgten die etwa 90 Mitarbeiter, darunter sind zahlreiche Aushilfskräfte. Der Rechtsanwalt hat umgehend am Mittwoch und Donnerstag mit dem Geschäftsführer und den Mitarbeitern gesprochen, sie über die Situation informiert. „Alle wollen mitziehen, damit es weiterlaufen kann“, berichtet Peter Staufenbiel auf Anfrage. Auch die Lieferanten hätten ihre Kooperation nach Gesprächen zugesichert.

Die aktuelle Firma, die Goldkorn Event UG & Co.KG ist 2016 aus der Übernahme des in Konkurs gegangenen Ur-Unternehmens Goldkorn entstanden. „Die neue Firma hat die alte übernommen“, schildert Peter Staufenbiel.

Goldkorn war damals durch unglückliche Ereignisse wie durch eine Terrorwarnung und Absage eines Großkonzerts in München und von Schlechtwetter beeinflussten Mega-Musik-Festivals wie „Rock am Ring“ und „Southside“ in finanzielle Nöte geraten, weil logistisch große Mengen vorgehalten werden mussten, die dann nicht verkauft wurden. 2016 erwirtschaftete das Unternehmen mit etwa 20 Festangestellten und 500 Aushilfen einen Jahresumsatzes von 3,8 Millionen Euro.

Aber Goldkorn bekam die Kurve und startete 2017 mit den Gründern Klaus Hausmann, Lars Watermann und Lars-Oliver Bohnsack wieder durch – auch, weil Stammkunden bei der Stange blieben, wie der Lokhallenbetreiber GWG und das Junge Theater. Dort übernahm Goldkorn die Gastronomie, das „Francis Drake“ musste aber schließen, da das Otfried-Müller-Haus kernsaniert wird, und alle Nutzer wie Junges Theater und KAZ ausziehen mussten.

Restaurant „Kepler“ an der Alten Sternwarte der Uni Göttingen – Betreiber Goldkorn ist insolvent. Der Betrieb läuft weiter. 

Anfang 2019 übernahmen die „Goldkörner“ das ehemalige „Planea“ auf dem Sternwarte-Gelände der Universität, die dem Betreiber „Freizeit In“ um Geschäftsführer Olaf Feuerstein den Mietvertrag gekündet hatte. Aus dem Restaurant mit gehobenem Angebot und Preisniveau wurde ein Lokal mit gutbürgerlicher deutscher Küche. Currywurst und Schnitzel statt Edelfisch hieß es seitdem dort.

Wie es nun mit Goldkorn weitergeht erläutert Peter Staufenbiel: „Die Löhne und Gehälter für die aktuell Mitarbeiter sind gesichert – vorerst für drei Monate.“ Der Insolvenzverwalter will prüfen, ob die Sanierung der Goldkorn Event UG & Co.KG möglich ist. Er will dem Amtsgericht dann ein Gutachten vorlegen. Bis dahin heißt es aber für die Mitarbeiter zittern, weiterarbeiten und hoffen. Die Kunden sollten sich jedenfalls nicht vom Besuch der Lokale abhalten lassen, sagt Peter Staufenbiel.

Im „Lokalneun“ am Wochenmarktplatz werden vor allem Steaks und Burger angeboten. 

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