Verringerung der Fahrbahnbreite

Gothaer-Haus/Carre’ in Göttingen: Piraten und Partei bemängeln Fehlplanung

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Wenig Platz: Zwischen Gothaer-Gebäude (links) und Einkaufszentrum Carre’ in der Weender Straße gibt es manchmal kein Durchkommen, auch nicht für Radfahrer. Die Stadt will im Zuge des Neubaus Gothaer-Gebäude die Fahrbahn weiter verengen. Das wird von Ratsfraktionen kritisiert. Zudem fehlen massiv Parkplätze für Fahrräder vor dem Beginn der Fußgängerzone (im Hintergrund).

Göttingen. Im Zuge des Neubaus Gothaer-Haus will die Stadt die Weender Straße zwischen Carre’-Einkaufszentrum und Gothaer-Neubau deutlich verschmälern.

Dagegen protestieren die Fraktionen von Piraten und Die Partei. Die Planung der Verwaltung sei realitätsfern und gefährde Verkehrsteilnehmer.

Eine Verengung der Fahrbahn der Weender Straße von zehn auf 8,50 Meter wäre für die Fraktionen „unverantwortlich“. Diese Planung und die Annahme der Verwaltung, den Verkehr dort beruhigen zu können, widerspreche den tatsächlichen Gegebenheiten.

Vormittags in der Weender Straße zwischen Gothaer-GebäudeGothaer-Gebäude (links) und Einkaufszentrum Carre’,: Kaum ein Durchkommenfür Autos, Lieferfahrzeuge, Busse und Radfahrer. Wenn jetzt noch ein Rettungswagen käme...

Die da wären: Wenig Platz für Fahrradfahrer, wenn sich zwei Busse in der Weender Straße an besagter Stelle begegnen, um die Ecke Jüdenstraße/Stumpfebiel fahren, oder nebeneinander an den Haltestellen stehen. Noch weniger Platz, wenn dort Lieferfahrzeuge halten und Busse um diese herumkurven müssen.

Daraus resultieren laut Piraten/Die Partei Konfrontationen von Verkehrsteilnehmern, die durch eine Verengung der Fahrbahn von zehn auf 8,50 Meter zwangsläufig noch häufiger würden.

Angesichts des hohen Radfahrer-Aufkommens in diesem Bereich würde eine „unnötige Gefährdung“ entstehen. Die Planung ignoriere, dass schon jetzt – und folglich später noch mehr – Radfahrer, die zwischen den haltenden Bussen hindurchfahren müssen, von entgegenkommenden Autos an die Busse gedrängt werden. Die von der Verwaltung präsentierte Straßenplanung ignoriere auch, dass an diesem Tor zur Fußgängerzone viel illegaler Autoverkehr unterwegs sei.

Weitere – möglicherweise gefährliche – Folge einer Verengung der Fahrbahn: Über die Weender Straße läuft auch die zentrale Zufahrt von Rettungs- und Feuerwehrfahrzeugen in die Innenstadt Richtung Altes Rathaus. Schon jetzt haben die Rettungsfahrzeuge Probleme, zwischen Bussen, Lieferfahrzeugen, Fahrradfahrern und Fußgängern überhaupt eine schnelle Durchfahrt zu bekommen – das würde sich weiter verschlechtern.

Ein anderes Problem sind mangelnde Fahrradparkplätze vor diese Einstieg in die Fußgängerzone: Die Ratsgruppe Piraten/Partei kritisiert deshalb, dass die Verwaltung bisher nicht versucht hat, zu ermitteln, wie viele Fahrradstellplätze vorhanden sind und benötigt werden.

Die Piraten/Partei-Gruppe hat unterdessen nachgezählt: Vor dem Gothaer-Haus gibt es 20 Fahrradstellplätze, 80 müssten es sein. Gegenüber am Carre’ parken werktags im Schnitt etwa 110 Fahrräder, samstags sogar 150; an der Nordseite stehen werktags etwa 110, samstags 150 Fahrräder laut Stichprobenzählung. Am Carre’ gäbe es demnach einen Bedarf von 100 Stellplätzen.

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