Steidl Verlag hat Werkausgabe herausgegeben

„Grass in Göttingen“ ist Schwerpunkt beim Literaturherbst

 Gerhard Steidl
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„Neue Göttinger Werkausgabe“ Günter Grass des Steidl-Verlages – gezeigt von Gerhard Steidl.

Grass und Göttingen, das war und ist eine intensive Beziehung. Sie rührt von den über Jahrzehnte gewachsenen persönlichen Kontakten zwischen Gerhard Steidl und Günter Grass, bis zu dessen Tod im April 2015. Steidl zierte sich stets von einer Freundschaft zu sprechen.

  • Ein Schwerpunktthema beim Literaturherbst 2020 ist die Werkausgabe von Günter Grass aus dem Göttinger Steidl Verlag.
  • Hintergrund ist der über Jahrzehnte gewachsenen persönlichen Kontakten zwischen Gerhard Steidl und Literaturnobelpreisträger.
  • Die neue Werkausgabe ist auf 1000 Exemplare limitiert.

Göttingen – Aber, die gedanklich wie arbeitstechnisch intensiven Treffen – auch übrigens oft in Göttingen – hatten freundschaftliche Züge. Günter Grass widmet der Göttinger Literaturherbst (17. Oktober bis 1. November) einen Schwerpunkt. Es geht auch um das Büchermachen mit Gerhard Steidl, der übrigens eine „Neue Göttinger Werkausgabe“ mit 24 Bänden und 11.000 Seiten und allen neueren Grass-Werken im edlen Holzschuber und limitiert auf 1000 Exemplare vorlegt. Sie erscheint am 16. Oktober.

Grass in Göttingen: Kolloquium am 27. Oktober

Dieses opulente und auf den neuesten Stand gebrachte Werk ist natürlich Thema, wenn es am 27. Oktober während des Literaturherbstes um Günter Grass und dessen Werk gehen wird. Die intensive Zusammenarbeit von Gerhard Steidl mit dem Autor und Zeichner wird lebendig in einem Kolloquium ab 16 Uhr, das im neuen Göttinger Kunsthaus stattfindet: Über das Büchermachen mit Grass wird Steidl persönlich erzählen. Auch darüber, welche Schätze im Göttinger Grass-Archiv lagern – und nicht nur das, sie werden auch genutzt, so von Studierenden und Lehrenden der Göttinger Universität, um den renommierten Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Heinrich Detering. Über Günter Grass und die Bildende Kunst wird Viktoria Krason berichten. Zu sehen sind dann auch einige Briefe, Seitengestaltungen und Buchdeckelentwürfe des Duos Grass/Steidl. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung unter antwort@literaturherbst.com.

Eine weitere Literaturherbst-Veranstaltung wird sich am Dienstag, 27. Oktober, ab 19 Uhr in der Göttinger Lokhalle über die „Neue Göttinger Werkausgabe“ drehen. Die Schauspielerin Anna Thalbach kommt dorthin, um unter dem Titel „Solange wir noch Geschichten erzählen, leben wir“ aus der Texten der Werkausgabe zu rezitieren. Begleitet wird Thalbach in der Lokhalle von Heinrich Detering und Stephan Lohr. Günter Grass übrigens lernte Anna Thalbach früh kennen, als deren Mutter Katharina in der Verfilmung des Grass-Werks „Die Blechtrommel“ von Volker Schlöndorff spielte. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Karten kosten im Vorverkauf 15/12 Euro.

Grass in Göttingen: Steidl Verlag besitzt die Weltrechte

Der Steidl Verlag besitzt die Weltrechte an dem Werk des Schriftstellers. Die weltweite Auflage der Grass-Bücher liegt nach Verlagsangaben bei über 40 Millionen. Die Bücher wurden in 40 Sprachen übersetzt. Nach dem Tod von Grass war in Göttingen das von Gerhard Steidl finanzierte und realisierte Günter Grass-Archiv eröffnet worden.

Grass in Göttingen: Viele Spuren in der Uni-Stadt

Die Verbindungen von Günter Grass zur Stadt und zu den Menschen in Göttingen sind auch im Stadtbild unübersehbar. Die enge Verbindung zu Verleger Gerhard Steidl symbolisiert schon das Günter-Grass-Archiv an der Düsteren Straße, quasi auf dem Gelände des Verlages. Gerhard Steidl hat dort in einem der ältesten Häuser der Stadt ein Archiv eingerichtet, das auch ein Stück Stadtbaukultur dokumentiert. Hier finden Ausstellungen und Workshops statt – es steht auch Studierenden der Universität Göttingen zur Verfügung.

Grass in Göttingen: Butt im Griff

Auch Skulpturen von Grass finden sich im Stadtbild. Vor der Göttinger Paulinerkirche hat seit 2004 die Skultpur . „Butt im Griff“ ihren Platz gefunden – eine 2,30 Meter hohe, markante Bronze-Figur, die gerne als Fotomotiv genutzt wird. Sie entstand nach einem Ton-Entwurf von Grass aus 1982 und wurde anlässlich einer Ausstellung mit Werken des Künstlers und Schriftstellers aufgestellt. „Der Butt“ ist einer der bekanntesten Grass-Romane.

Grass-Spuren im Stadtbild von Göttingen: Die Bronze-Skulptur nach dem Roman „Der Butt“ hat ihten Platz vor der Paulinerkirche gefunden.

2011 stifteten Günter Grass und Verleger Gerhard Steidl der Stadt und der Universität Göttingen eine weitere Skulptur. Das auf dem zentralen Campus der Hochschule auf einen Sandsteinsockel montierte Stahl-Monument zeigt, ineinander verschnörkelt, den Buchstaben G und die Zahl 7. Die Skulptur ist ein Fingerzeig und eine Erinnerung an die „Göttinger Sieben“, eine Gruppe von Professoren um Jacob und Wilhelm Grimm, die 1837 gegen die Aufhebung der Verfassung im Königreich Hannover protestierten. Auch in seinem 2010 erschienenen Buch „Grimms Wörter“ würdigt Grass das Leben und Schaffen der Brüder Grimm.

Grass in Göttingen: Geburtagsfeiern in der Uni-Stadt

Und Günter Grass besuchte häufig die Stadt: So kam er einige Male zu Lesungen und Werkstattgesprächen, auch seinen 75. und 80. Geburtstag feierte er dort. Grass wurde 87 Jahre alt. (Thomas Kopietz, mit epd)

Werkausgabe in 24 Bänden

Günter Grass, Werke. Neue Göttinger Ausgabe in 24 Bänden, herausgegeben von Dieter Stolz und Werner Frizen, 10.952 Seiten, 380 Euro (Subskriptionspreis bis 16. Oktober), ab 17. Oktober 480 Euro, Steidl Verlag (Göttingen), ISBN 978-3-95829-445-5

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