Anklage gegen Mitarbeiterin wegen Veruntreuung

Hochschulsport Uni-Göttingen: Buchhalterin soll Kasse um 110000 Euro erleichtert haben

Der Hochschulsport der Uni Göttingen ist im Sportzentrum der Universität am Sprangerweg untergebracht. Links ist der Eingang des Fitnesszentrums Fiz zu sehen. Rechts die Schwimmhalle. Eine ehemalige Mitarbeiterin des Hochschulsports muss sich vor Gericht verantworten, sie soll Geld veruntreut haben.  
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Untreue-Anklage gegen Mitarbeiterin: Eine Buchhalterin der Uni-Einrichtung Hochschulsport soll durch Griff in die Kasse mehr als 110000 Euro Bargeld veruntreut haben.  

Eine Ex-Mitarbeiterin des Hochschulsports der Uni Göttingen muss sich vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der 57-Jährigen insgesamt 146 Taten vor.

Göttingen - Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat die Frau wegen gewerbsmäßiger Untreue angeklagt, das teilte der Behördensprecher Mohamed Bou-Sleiman am Freitag auf Anfrage mit. Die Strafverfolger werfen ihr vor, über mehrere Jahre hinweg Bargeldbeträge veruntreut zu haben, die bei Veranstaltungen des Hochschulsports eingenommen wurden. Insgesamt soll der Schaden mehr als 110 000 Euro betragen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war die Angeschuldigte in der Buchhaltung des Hochschulsports tätig gewesen. Eine ihrer zentralen Aufgaben sei die tägliche Erfassung und Verbuchung der Bar-Einnahmen sowie die Einzahlung der Beträge auf die Konten des Hochschulsports gewesen.

Laut Anklage soll sie allerdings nur einen Teil der eingenommenen Bargeldbeträge eingezahlt haben, den restlichen Teil habe sie unbefugt für sich verwendet. Teilweise habe sie die veruntreuten Mittel für die Lebenshaltung verwendet, teilweise auf private Konten eingezahlt.

Die 57-Jährige bestreite die Anklagevorwürfe, sagte Bou-Sleiman. Sie habe geltend gemacht, dass auch andere Personen Zugriff auf die Konten gehabt hätten.

Zu den Untreuehandlungen soll es auch beim Universitätssporttag „Dies Academicus“ gekommen sein. Mit fast 10 000 Teilnehmern gilt die Veranstaltung als eines der größten Sportevents in Südniedersachsen.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Zuge ihrer Ermittlungen im November 2018 zahlreiche Räumlichkeiten der Uni Göttingen und mehrere Privatwohnungen durchsuchen lassen. Die Aktion hatte für Aufsehen gesorgt. Zuvor hatte die Universität die Vorgänge geprüft und mit den Ermittlern kooperiert. Die damalige Uni-Präsidentin Prof. Ulrike Beisiegel hatte im Mai 2018 die interne Revision mit einer „Sonderprüfung des dem Präsidiumsressort Infrastrukturen zugeordneten Bereichs Hochschulsport beauftragt“, wie die Uni damals mitgeteilt hatte.

Laut Staatsanwaltschaft Göttingen bestand 2018 der Anfangsverdacht, dass seit 2014 zwei „Verantwortliche im Bereich des Hochschulsports systematisch zum Nachteil der Universität und ihrer Mitarbeiter Gelder veruntreut, sozialversicherungspflichtige Beiträge vorenthalten und Steuern hinterzogen haben.“ Auch ging es damals laut Staatsanwaltschaft neben der rechtswidrigen Entnahme von Geld aus den Einnahmen von Großveranstaltungen auch um den Vorwurf der Scheinselbständigkeit im Bereich der Beschäftigung von sportlichen Übungsleitern. Heidi Niemann/Thomas Kopietz

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