Geringe Milchpreis bereitet Sorgen

Tag der offenen Tür beim größten Milchproduzent der Region

Größter Milchproduzent Südniedersachsens: Die Plesse-Milch GmbH & Co KG in Reyershausen hält 600 Kühe im Stall. Foto: Niesen

Reyershausen. Der mit knapp 600 Kühen größte Milchproduzent Südniedersachsens, die Plesse-Milch GmbH & Co KG in Reyershausen, stellt sich am Sonntag, 14. Juni, zwischen 10 und 16 Uhr mit einem Tag der offenen Tür vor.

Eine landwirtschaftliche Fachzeitung schrieb etwas süffisant, dort wo das Handynetz immer schlechter und die Straßen immer kurviger werden, liege Reyershausen. Das stimmt zwar, doch hinter dem Mond leben die Betreiber deshalb längst nicht. Vielmehr haben sie mit modernsten Knowhow an der Bundesstraße 446 einen Betrieb aus dem Boden gestampft, der sich sehen lassen kann. Sie beschäftigen inzwischen 18 Mitarbeiter und jede Kuh produziert jährlich rund 10.000 Kilogramm Milch.

Dahinter stehen Herbert Hardege (53), Jürgen Wolf (63), Werner (58) und Lars (32) Beinhorn, Thomas Vogel (55) und Burkhard Düvel. Sie hatten sich 2007 gefragt, ob es mit ihren bisherigen drei landwirtschaftlichen Betrieben und fünf Familien so weiter gehen kann. Ihr Ziel: Das Schaffen eines wettbewerbsfähigen Unternehmens, das Zukunft hat – auch für ihre Nachfolger.

Das Sextett schlug einen ungewöhnlichen Weg ein: Mit Coachings und Teambildungsmaßnahmen durch Externe haben sie zunächst ein Leitbild für ihren gemeinsam geplanten Betrieb formuliert. In ihm heißt es: „Ziel der Gründung ist es, die bestehende Milchviehhaltung in einem neuen tiergerechten und arbeitseffektiven Milchviehstall zu konzentrieren.“ Ganz wichtiger Punkt dabei ist, dass die Familien der Gründer eingebunden sind und mitziehen.

Wie ihr Betrieb aussehen sollte, war den Gründern klar. Weiteres Knowhow holten sie aus Betrieben in Deutschland, Dänemark und den USA. Im Jahr 2013 war es dann soweit. Die neuen Stallanlagen und das Melkhaus nebst Betriebsräumen, zu denen auch eine Biogasanlage gehört, wurden bezogen. Bei den offenen Stallanlagen handelt es sich um einen so genannten Sechsreihen-Boxenlaufstall, gemolken werden die Tiere in einem extra Haus mit zweimal 20 Melkplätzen (Side by side). Investitionssumme: Rund fünf Millionen Euro.

Heute läuft der Betrieb und wird fortlaufend an vielen kleinen und größeren Stellschrauben verbessert. Sorgen bereitet den Betreibern allerdings der geringe Milchpreis von nur 28 Cent pro Liter. „Wir haben ein absolutes Tief, damit sind die Kosten nicht zu decken“, sagt Herbert Hardege. Er hofft, dass er bald wieder aufwärts geht. (zhp)

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