Groner Tor: Baustart wohl Anfang 2016

Abgeräumt: Auf dem Grundstück an der Kasseler Landstraße/Berliner Straße, dem Groner Tor soll neben dem Gebäude des Zoologischen Instituts der Verwaltungssitz der Sparkasse entstehen, ebenso ein Hotel und später ein Wissenschaftsmuseum. Foto: Kopietz

Göttingen. Der Baubeginn des Projektes am Groner Tor verschiebt sich: Statt im Herbst 2015 soll es Anfang 2016 losgehen. Die Bauleitplanung bleibt aber trotz Einsprüche unangetastet.

Neben dem Zoologischen Institut und geplanten Wissenschaftsmuseum sollen der Sparkassen-Verwaltungssitz und ein Hotel des Gräflichen Landsitzes Hardenberg entstehen. Projektentwickler ist die Göttinger Planungsgesellschaft EBR um Geschäftsführer Borzou Rafie Elizei, die auch das stockende und umstrittene Projekt Ex-IWF-Gelände am Nonnenstieg betreut.

Am Freitag nun hat der Verwaltungsrat der Sparkasse für den Neubau einstimmig grünes Licht gegeben. Als voraussichtlichen Baubeginn nannte man Anfang 2016. Ursprünglich hatte die Sparkasse bei der Planung aufs Tempo gedrückt und war von einem Start im Herbst 2016 ausgegangen. Dann war es zu Verzögerungen gekommen. Ein Bauantrag der EBR GmbH lag bis vorige Woche bei der Stadt Göttingen nicht vor, wie Sprecher Detlev Johannson auf HNA-Anfrage sagte.

Die Sparkasse wird 50 Millionen Euro in den Neubau investieren und nicht als Bauherr auftreten, sondern das fertige Gebäude vom Projektentwickler kaufen, was eine Grunderwerbsteuer fällig werden lässt. „Wir wollen nicht bauen, das können andere besser“, hatte Vorstandsvorsitzender Rainer Hald begründet. Zunächst war von 40 Millionen Euro Kosten die Rede.

Für die Sparkasse sei das Projekt wichtig: Die Konzentration der Verwaltung auf einen zentralen Standort berge Vorteile für Kunden, Mitarbeiter und Unternehmen. Man könne dann effizienter arbeiten, begründet Hald. Bislang ist die Sparkassen-Verwaltung auf mehrere Objekte in der Innenstadt verteilt. Ende 2018 soll der Umzug ans Groner Tor vollzogen werden.

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung jedenfalls wird stillhalten und sieht keinen Anlass, als Fachaufsicht gegen die bauplanungsrechtliche Beurteilung durch die Stadt einzuschreiten, wie es mitteilte. Ein Verstoß gegen die Bestimmungen des Baugesetzbuches liege nicht vor. Damit reagierte das Ministerium auf zwei Beschwerden, so des Kulturverbundes. Das Planungsrecht hatte die Stadt auf Basis von § 34 des Baugesetzbuches geschaffen. Das Ministerium erklärte aber auch, dass die Stadt als Trägerin der Planungshoheit ihre städtebauliche Entwicklung selbst zu ordnen habe und dabei einen großen Ermessensspielraum besitze. Einen Ermessensspielraum, um den es Diskussionen gab und zu dem er neue Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) nach seiner Wahl eindeutig gesagt hatte: Man könne das so machen, aber in Zukunft werde man eine andere Vorgehensweise wählen. Gegen Vergabe und Konzept hatte es viel Kritik gegeben.

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