Architekten berichteten über aktuellen Stand

Neubau-Projekt am Groner Tor erhitzt weiterhin die Gemüter 

Info-Veranstaltung Projekt Groner Tor: von links Stadtbaurat Thomas Dienberg, Prof. Gesche Grabenhorst, Moderator Hans-Peter Achatzi, Architekt Roger Ahrens sowie zwei Mitarbeiter der Bauverwaltung. Foto: SChröter

Göttingen. Am Montagabend unterrichteten Stadtbaurat Thomas Dienberg und die Architekten das Projekt im gut besuchten Hörsaal des Zoologischen Museums über den aktuellen Stand. Es wurde auch ausgiebig diskutiert.

Das Neubau-Projekt am Groner Tor erhitzt seit der Vorstellung Mitte September die Gemüter. Obwohl das Projekt nach Paragraph 34 des Baugesetzbuches umgesetzt wird und eine öffentliche Beteiligung daher nicht nötig ist, hatte man sich bei der Stadt entschlossen, die Bürger im frühen Planungsstadium umgehend zu informieren.

Die bislang einzige vom Investor, der Göttinger EBR Projektentwicklungs GmbH, veröffentlichte Darstellung des künftigen Hotel- und Sparkassen-Verwaltungsgebäudekomplexes an der Ecke Groner Tor/Berliner Straße hatte für Emotionen gesorgt: Zu hoch, zu erdrückend sei die Fassade und zu wenig dem prägenden Bild des Zoologischen Museums angepasst, so die Kritik der Gegner.

Die EBR plant und baut dort im Auftrag der Sparkasse ein Verwaltungsgebäude für etwa 200 Mitarbeiter und im Auftrag von Carl Graf von Hardenberg ein Hotel mit 120 Zimmern. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von mehr als 70 Millionen Euro, der Grundstücksverkauf ging im Oktober über die Bühne (wir berichteten).

Obwohl sich Architekt Roger Ahrens vom Architekturbüro Ahrens-Grabenhorst die größte Mühe gab, mit seiner Präsentation die Bedenken der Kritiker zu zerstreuen, gelang das nur bedingt. Hauptkritikpunkte blieben in einer teils hitzig geführten Diskussion die massive Front des Komplexes, die im Kreuzungsbereich entstehende bedenkliche Verkehrssituation für Radfahrer und Fußgänger sowie die Art und Weise, wie die Verantwortlichen mit dem Thema umgehen.

„Es ist mir unverständlich, dass nicht auf die Gefühlswelt der Anwohner Rücksicht genommen wird“, sagte eine Teilnehmerin. „Es wäre eine gute Geste der Stadt gewesen, die Bürger zu fragen, ob sie einen Riesenklotz an der Groner Straße haben wollen oder ob es dafür andere Vorschläge gibt“, meinte ein anderer.

Dienberg konterte mit dem Hinweis, „dass dieses Projekt für die Stadt ein gewaltiger Entwicklungsschritt nach vorne ist und man zwei Investoren gefunden hat, die in der Stadt einen Namen haben und die sich der Stadt verpflichtet fühlen“.

Ein Argument, dem sich viele der Anwesenden nicht verschließen konnte. Was die Gestaltung der Fassaden angehe, sei laut Dienberg das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Stadt werde jetzt mit den Architekten die Diskussionsergebnisse auswerten.

Am Dienstag, 16 Dezember, werde dann um 17 Uhr erneut im Hörsaal des Zoologischen Museums eine zweite öffentliche Beteiligungsrunde stattfinden. (per)

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