Großer Andrang bei den Corona-Testzentren: Wartezeiten bis zu einer Stunde

Test im Corona-Drive-In am Göttinger Kaufpark: Wer sich testen lassen will, wartet im Auto.
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Test im Corona-Drive-In am Göttinger Kaufpark: Wer sich testen lassen will, wartet im Auto.

Sie wollen zur Arbeit, ins Restaurant oder die Oma im Seniorenheim besuchen: vor den Göttinger Corona-Testzentren bilden sich derzeit Schlangen. Bis zu einer Stunde müssen die Bürger warten. Schneller geht es in Zentren, wo sich vorab ein Termin buchen lässt.

Göttingen – Aufgrund der aktuellen 2-G-plus-Regelung hat der Ansturm auf die verbliebenen Testzentren in Göttingen insgesamt deutlich zugenommen.

„Die Nachfrage ist seit dem 13. November enorm, als der Bund die kostenlosen Tests für jedermann wieder eingeführt hat“, berichtet Dr. Martin Anschütz. Er habe, so der Betreiber von vier Apotheken in Göttingen und Bovenden, die Kapazitäten entsprechend ausgeweitet. Das größte seiner Testzentren steht vor dem Stammhaus, dem „Flagschiff“, an der Hauptstraße 23a im Stadtteil Geismar.

„Um die vielen älteren Kunden der Apotheke zu schützen, habe ich den Testbetrieb nach draußen verlegt“, erklärt Anschütz. Das sei notwendig, da immer wieder Menschen mit Symptomen kämen – trotz Bitten, das nicht zu tun. Die Bürger müssten nun bei Schnee und Regen draußen stehen. Da die Termine aber vorab online vergeben würden, müsse niemand länger als 15 Minuten warten. Für Verzögerungen sorgten immer mal wieder Seniorinnen, denen kein Enkel bei der Online-Reservierung helfe. Sie würden nicht wieder fortgeschickt.

„Die Probeentnahme durchs Fenster des Containers mindert das Ansteckungsrisiko für die vier Mitarbeitenden, die jeweils im Einsatz sind“, sagt Anschütz. Alle würden – wie das auch bei anderen Testzentren üblich ist – FFP2-Masken, Gesichtsschilde und Schutzkittel tragen. Der Apotheker setzt Festangestellte und Werksstudierende ein.

Übersicht über die Testzentren in Stadt und Landkreis Göttingen

In Stadt und Landkreis Göttingen werden an zahlreichen Standorten Schnelltests auf das SARS-CoV-2-Virus angeboten. Die Tests werden in der Regel nach einer Terminvereinbarung in Testzentren und Teststationen sowie in Arztpraxen und in Apotheken im Gebiet der Stadt Göttingen und im Landkreis Göttingen angeboten. Die testende Einrichtung stellt bei Bedarf einen Nachweis über das Testergebnis aus. Auf dem Nachweis müssen Name, Datum und Uhrzeit vermerkt sein. Der Schnelltest ist nach Probenentnahme 24 Stunden gültig. Eine Übersicht über die Testzentren ist Stadt und Landkreis Göttingen gibt es hier. (Bernd Schlegel)

„Aufgrund des großen Andrangs vergeben wir bei unserem Testzentrum vor dem Neuen Rathaus keine Online-Termine mehr“, berichtet Timo Gratze von der St.-Petri-Apotheke im Göttinger Stadtteil Weende, der das Zentrum betreibt. Bei der Apotheke im Eichsfeld-Ort Gieboldehausen funktioniere es dagegen noch gut mit der Terminvergabe, so der Personalchef der beiden Häuser. „Wartenzeiten von bis zu einer Stunde sind nervig“, weiß Gratze. Obwohl der eine oder andere gereizt sei, gehe es doch insgesamt „sehr zivilisiert“ zu. Regelmäßig fischten sie „Positive“ aus der Menge heraus. Eine solche Person müsse dann umgehend einen PCR-Test machen und sich in Quarantäne begeben, bis ein negatives Ergebnis vorliege. Das werde vom Gesundheitsamt, das sie über solche Fälle informierten, kontrolliert.

„Wir setzen am Neuen Rathaus jeweils ein bis zwei Mitarbeitende ein“, sagt der Personalchef. Es sei schwer, Aushilfen zu finden – auch weil Arbeitssuchende das Ansteckungsrisiko fürchteten. Dabei sei, seiner Einschätzung nach, die Ansteckungsgefahr aufgrund der Schutzkleidung geringer als beim Einkaufen im Supermarkt.

„Es ist schwer, Kollegen zu finden“, bestätigt Gleb Schlosser, der das Testzentrum am Kaufpark leitet. Acht, neun Leute arbeiten in seinem Corona-Drive-in. Die Bürger warten im Auto. Die Probenentnahme erfolgt durch die heruntergelassene Scheibe. „Wir haben gut zu tun“, erklärt Schlosser.

Erst am Mittwoch hatte das neue „Testzentrum am Alpenmax“ eröffnet. Eine Alternative, die von den Bürgerinnen und Bürgern umgehend angenommen wurde. „Der Andrang war wirklich sehr groß, wir haben am ersten Tag bereits gut 650 Menschen zum Test bei uns gehabt“, so Karsten Epler von der Alpenmax Göttingen GmbH, Betreiber der Teststation.

Selbst die Schließzeit des Testzeltes an der Weender Landstraße um 19.30 Uhr wurde schon am ersten Tag aufgrund der großen Nachfrage verlängert. „Es waren noch so viele Leute zum Testen da, dass wir länger offen hatten. Niemand wurde nach Hause geschickt“, sagte Epler. (Michael Caspar/Melanie Zimmermann)

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