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Bürger zeigen großes Interesse bei Aktionstag des Landvolks in Göttinger Innenstadt

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Von: Per Schröter

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„Redet mit uns, statt über uns.“: Vor dem Alten Rathaus kamen die Landwirte aus der Region mit Passanten ins Gespräch.
„Redet mit uns, statt über uns.“: Vor dem Alten Rathaus kamen die Landwirte aus der Region mit Passanten ins Gespräch. © Per schröter

Ein Aktionstag des Landvolks in der Göttinger Innenstadt bringt viele gute Gespräche mit Bürgern zu unterschiedlichen Themen.

Göttingen – „Redet mit uns, statt über uns“ lautete das Motto eines Aktionstages des Göttinger Landvolks, bei dem mehr als 30 Landwirte aus dem Landkreis in der Göttinger Innenstadt das Gespräch mit den Bürgern suchten.

„Frag doch mal den Landwirt“ stand auf dem Rücken der Warnwesten geschrieben, welche die vor dem Alten Rathaus versammelten Landwirte trugen. Und dieser Aufforderung kamen zahlreiche Passanten auch nach.

„Frag doch mal den Landwirt“: Aktionstag des Landvolks in der Göttinger Innenstadt

In den Gesprächen ging es um Schlagworte wie Tierwohl, Glyphosat oder Schutz des Grundwassers, durch die die Landwirtschaft immer wieder in die öffentliche Diskussion gerückt wird. „Diese Themen bewegen die Menschen, das merkt man“, meinte Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner. „Aber die Gespräche waren überwiegend unaufgeregt und interessiert an der Sache“, freute er sich.

Ein Thema, das die Landwirte aktuell besonders bewegt und worüber am Samstag auch viel gesprochen wurde, ist die Gefährdung der Regionalität landwirtschaftlicher Produkte.

Interessierte Passanten: Landwirte führen viele angenehme Gespräche

„Durch die Green Deal-Strategie der Europäischen Union und das damit verbundene Totalverbot aller Pflanzenschutzmittel in empfindlichen Gebieten wie Landschaftsschutzgebieten würde im Landkreis Göttingen die Lebensmittelproduktion auf rund 75 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche deutlich eingeschränkt“, sagte Hübner.

Das würde einen deutlichen Produktionsrückgang in der gesamten EU und besonders im Landkreis Göttingen, weitere Abhängigkeiten vom Nicht-EU-Ausland und eine Verteuerung der Produkte mit sich ziehen.

„Und letztlich stellt sich doch die Frage, ob Südamerika wirklich besser und klimafreundlicher produzieren kann als Europa“, so Hübner.

Der Konsument muss auch aus erster Hand erfahren, dass er mit seinem Kaufverhalten mitverantwortlich dafür ist, wie es den landwirtschaftlichen Betrieben geht.

Achim Hübner, Landvolk-Geschäftsführer

Für den Landvolk-Geschäftsführer ist es wichtig, so wie am Samstag geschehen, an die Öffentlichkeit zu gehen und die Themen „mit einem guten Gewissen“ anzusprechen. „Der Konsument muss auch aus erster Hand erfahren, dass er mit seinem Kaufverhalten mitverantwortlich dafür ist, wie es den landwirtschaftlichen Betrieben geht“, sagte er.

„Es wird für den Markt produziert und der Verbraucher bestimmt, wie produzier wird.“ Werde Bio verlangt, dann werde auch biologisch produziert. „Das muss aber auch bezahlt werden, da die Landwirte am Ende des Tages ja auch Geld verdienen müssen“, so Hübner, für den die inzwischen sechste Auflage des Aktionstages auch diesmal wieder „ein voller Erfolg“, war. (Per Schröter)

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