GSG 9 war im Einsatz

Großrazzia gegen rechte Szene in Göttingen und Thüringen: Fahnder fanden Waffen

Göttingen/Erfurt. Die Polizei hat am frühen Freitagmorgen eine Großrazzia in der rechtsextremen Szene in Thüringen und Niedersachsen vorgenommen. Dabei wurden zwei Polizisten verletzt.

aktualisiert um 14.30 Uhr - Wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung wurden mehrere Wohnungen in Göttingen, in Südthüringen und im Erfurter Raum durchsucht, wie das Landeskriminalamt in Erfurt mitteilte. Dabei stellten die Beamten mehrere Kurz- und Langwaffen, Waffenteile sowie sonstige Waffen sicher. Darüber hinaus wurden rechtes Propagandamaterial, geringe Mengen Rauschgift sowie diverse Handys und Computer beschlagnahmt. Die weiteren Untersuchungen übernimmt die Kriminaltechnik des Landeskriminalamtes Thüringen. Der Einsatz wurde den Angaben zufolge von Spezialeinheiten des Bundes (GSG 9) sowie der Länder Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hessen und Thüringen unterstützt. Federführend bei der Razzia waren das Landeskriminalamt Thüringen und die Staatsanwaltschaft Gera.

Während der Durchsuchungen leistete ein Mann erheblichen Widerstand gegen zwei Polizeibeamte, die dabei verletzt wurden. Der Mann war zuvor nicht im Visier der Fahnder. Die Staatsanwaltschaft Gera prüft nun, ob sie einen Antrag auf Haft stellt.

Bei einem "berechtigten Beschuldigten" sicherten die Beamten vorsorglich mehrere Kurz- und Langwaffen sowie Munition. Die zuständige Waffenbehörde wird nun eine Eignungsprüfung vornehmen. Bei ihm wird außerdem ein möglicher Reichsbürger-Hintergrund geprüft.

Darüber hinaus nahmen Polizeibeamten einen Mann fest, gegen den ein Haftbefehl vorlag. Dieser umfasst eine Ersatzfreiheitsstrafe von 106 Tagen oder eine restliche Geldstrafe von 2332 Euro wegen des Verwendens von Kennzeichen von verfassungswidrigen Organisationen.

Bei den insgesamt 14 durchsuchten Objekten handelt es sich den Angaben zufolge überwiegend um Wohnräume. Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt gegen insgesamt 13 Beschuldigte. Ihnen wird vorgeworfen, paramilitärische Zeltlager – sogenannte Waldbiwaks – im Südthüringer Raum zu veranstalten oder an solchen Biwaks teilzunehmen.

Zumindest einige der Beschuldigten sollen zudem Mitglieder einer international agierenden rechtsextremen Bewegung sein, erklärte das Landeskriminalamt. Diese habe sich zum Ziel gesetzt, die Staats- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland und anderer europäischer Staaten abzuschaffen. (epd/bsc)

Rubriklistenbild: © dpa

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