Nach Corona-Ausbruch

Grüne fordern: Stadt soll Wohnungen im Komplex "Groner 9" kaufen

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Im Fokus: Der Wohnkomplex „Groner Landstraße 9“ in Göttingen. Die Stadt hat wenig Zugriff aur die schlechten Lebensverhältnisse der Menschen. Die Grünen schlagen vor, dass die Stadt dort Wohnungen kauf, um Einfluss nehmen zu können. Foto: Swen Pförtner/dpa

Mehr Einfluss auf die schlechten Lebensverhältnisse im Corona-Wohnkomplex "Groner Landstraße 9" soll sich die Stadt erkaufen, meinen die Grünen.

Die Stadt Göttingen und die "Tochter" Städtische Wohnungbau sollen Wohnungen an der „Groner Landstraße 9“ kaufen und sich so Einfluss auf eine Änderung der Missstände in dem Problem-Wohnkomplex verschaffen. Das fordert die Stadtratsfraktion der Grünen.

In der „Groner Landstraße 9“ war vor zehn Tagen das Corona-Virus bei etwa 17 Prozent der gut 700 Bewohnerinnen und Bewohner festgestellt worden – die Stadt hatte für sie eine vollständige Quarantäne verhängt, die am Freitag nach einer Woche in Einzel-Quarantäne-Maßnahmen abgeschwächt wurde.

Schlimme Verhältnisse

Nichts geändert hat sich an den teilweise unerträglichen Wohnbedingungen in den mehr als 430 Appartements, die zwischen 17 und 39 Quadratmeter groß sind, sowie teilweise von Familien mit bis zu sechs Personen bewohnt werden, wie Sozialdezernentin Petra Broistedt (SPD) berichtet hatte.

Antrag für Ratssitzung

Die Grüne-Fraktion stellt für die Ratssitzung einen Antrag. Inhalt: Die Stadt wird aufgefordert, Wohnungen in der Groner Landstraße 9, 9a, 9b zu kaufen, um Missstände wirksam zu bekämpfen.

Wohnungen kaufen

Diese seien seit Jahren bekannt. „Inzwischen nicht nur in Göttingen und der Region, sondern bundesweit“, sagt Thomas Harms. „Wir erneuern hiermit unsere Forderung, die Stadt oder ihre Tochtergesellschaft, die Städtische Wohnungsbau, möge einzelne Wohnungen im Gebäudekomplex kaufen.“

Eigentümerversammlung

Für ihn Sozialausschussmitglied Regina Meyer liegen die Gründe und Ziele auf der Hand: Das „Einkaufen“ in den Komplex wäre der Erwerb einer „Eintrittskarte in die Eigentümerversammlung“. So würde die Stadt nicht nur von außen auf die Immobilie schauen, sondern hat eine Stimme in der Eigentümer-Versammlung und entscheidet dadurch mit.“

Hilfsangebote schaffen

Natürlich ginge es darum, „endlich wohnortnahe niedrigschwellige Hilfsangebote für die Bewohner dort anzusiedeln – wie der Wohlfahrtspflege für Kinder, Jugendliche, Frauen und andere vulnerable Personen.

Gesetz

Nach Ende der Total-Quarantäne sei es an der Zeit „sich jetzt wirklich der Problemlagen vor Ort anzunehmen, statt sich immer wieder darauf zurückzuziehen, dass die Stadt nur begrenzte Eingriffsmöglichkeiten hat“, wie Meyer klarstellt. Sie fordert aber auch eine Initiative vom Land: „Wir fordern das Land Niedersachsen auf, ein Wohnraumschutzgesetz mit verbindlichen Mindeststandards und wirksamen Strafen zu beschließen.“

Göttinger Problemimmobilien

Dieses ist in der Beratung und auf einem guten Weg, wie der Grüne-Landtagsabgeordnete Stefan Wenzel gegenüber unserer Zeitung sagte. Wenn das Gesetz kommen sollte, dann müsse die Stadt den Rahmen komplett ausnutzen, „um die Lebenssituation der Menschen in den bekannten Göttinger Problemimmobilien nachhaltig zu verbessern“, so Thomas Harms. (tko)

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