Göttingen: Konzept für Hochhauskomplex von den Grünen

Stadt- und Kreisverband wollen Sanierung der „Groner Landstraße“ in Göttingen

Fordern ein Gesamtkonzept für den heruntergekommenen Wohnkomplex an der Groner Landstraße: (von links) Dietmar Linne, Regina Meyer und Nils Pagels.
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Fordern ein Gesamtkonzept für den heruntergekommenen Wohnkomplex an der Groner Landstraße: (von links) Dietmar Linne, Regina Meyer und Nils Pagels.

Mit einer umfassenden Konzept wollen die Göttinger Grünen aus Stadt und Landkreis den Missständen im heruntergekommenen Hochhauskomplex an der Groner Landstraße 9, 9a und 9b begegnen.

Göttingen – Das Konzept beinhaltet direkte Gespräche mit den Eigentümern, ein Quartierszentrum mit Kindertagesstätte und den Bau von Mehrfamilienhäusern. „Die 120 Corona-Fälle unter den 700 gemeldeten Bewohnern der Schrottimmobilie im Juni haben die seit Jahren bekannten Missstände schonungslos offengelegt“, erklärte die Göttinger Ratsfrau Regina Meyer während einer Pressekonferenz.

Gemeinsam mit dem grünen Kreistagsmitglied Dietmar Linne und Nils Pagels vom grünen Stadtverband sprach sie sich für einen „großangelegten, von allen Parteien mitgetragenen Kraftakt“ aus.

„Die Stadt muss die mehr als 200 Eigentümer der Appartements in direkten Gesprächen für eine Sanierung des Wohnkomplexes gewinnen“, erklärte Meyer. Den Kommunalpolitikern seien die Eigentumsverhältnisse offenzulegen.

Zeitgleich gelte es, die Mieter bei der Durchsetzung von Mietminderungen angesichts offenkundiger Mängel wie Schimmel oder eingeschlagenen Türen Mietminderungen zu unterstützen. Aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse oder psychischer Probleme seien viele dazu nicht in der Lage.

Die Grünen erhoffen sich viel vom neuen Wohnraumschutzgesetz des Landes, das den Kommunen künftig mehr Druckmöglichkeiten gegenüber Vermietern verschaffen soll. Meyer forderte den Ankauf von ein bis zwei der insgesamt rund 430 Wohnungen im Hochhaus, um Teil der Eigentümergemeinschaft zu werden und so besser über die Verhältnisse informiert zu seien. Die städtischen Räume ließen sich für soziale Angebote nutzen.

Pagels forderte – zum wiederholten Mal – die rasche Einrichtung einer Kindertagesstätte in unmittelbarer Nähe des Wohnkomplexes. Ohne frühkindliche Förderung kämen die rund 200 Kinder und Jugendlichen kaum in der Schule mit. S

ie seien während der Corona-Krise aufgrund fehlender Möglichkeiten für ein Homeschooling zusätzlich benachteiligt. Zudem gelte es den Umbau des Jugendhauses Gartetalbahnhof zu einem Quartierszentrum entschlossener als bisher voranzutreiben, so wie es ein interfraktioneller Antrag für die Ratssitzung im September vorsehe.

Linne machte sich für die Schaffung zusätzlichen Wohnraums stark, in den Bewohner der Groner Landstraße umziehen könnten. In einem ersten Schritt ließen sich zwei Wohnblocks mit jeweils 20 Schlichtwohnungen errichten. Zur Finanzierung solle die Stadt die Gründung eines Immobilienfonds initiieren, der eine feste Rendite von einem Prozent zahle.

Zwei Drittel der Bewohner seien Empfänger von Sozialleistungen. Geschätzte zwei Millionen Euro zahle die Stadt jährlich an Mieten für Wohnungen des Hochhauskomplexes. Die Quadratmetermieten der bis zu 37 Quadratmeter großen Appartements lägen zum Teil bei 25 Euro und damit deutlich über dem Niveau des Ostviertels. (Michael Caspar)

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