Der grüne Ring wird 250: Info-Tafeln erzählen die Geschichte des Stadtwalls 

Die Geschichte des Stadtwalls: Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Birgit Busse vom Fachdienst Grünflächen präsentieren alte Ansichten der Anlage zum 250-jährigen Jubiläum. Foto: Dittrich

Göttingen. Seit 250 Jahren gibt es den Göttinger Stadtwall. Zeit, den grünen Ring im Stadtkern zu feiern, finden Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) und Birgit Busse vom Fachdienst Grünflächen.

Asphaltiert, abgeschliffen, neu bepflanzt – der Stadtwall hat in den vergangenen Jahrhunderten Veränderungen mitgemacht. Einige Zeichen davon sind noch zu sehen, andere verschwunden. Manche Veränderungen der ehemals militärischen Anlage sind sogar noch lückenhaft, erzählt Busse, die sich mit der Geschichte des Walls beschäftigt hat.

Denn interessante Geschichten gibt es über den Wall allemal. Aus diesem Grund hat die Stadtverwaltung mit dem Stadtarchiv im viele alte Ansichten des grünen Rings zusammengetragen. Unter Berücksichtigung des Denkmalschutz und der Grünpflege hat die Stadt nun die alten Fotografien und Zeichnungen auf Tafeln dargestellt.

Gauss-Weber-Denkmal, Bismarkhäuschen – an den entsprechenden Stellen auf dem Wall können Spaziergänger Gegenwart und Vergangenheit miteinander vergleichen.

Köhler, selbst in Göttingen, geboren, erfreut sich immer wieder an dem Stadtwall. Einige Bäume seien schon Jahrhunderte alt, teilweise noch von 1785 oder älter, referiert er während eines Rundgangs.

In dem Jahr begannen die ersten Umbauarbeiten des Stadtwalls. Das Gauss-Weber-Denkmals wurde 1899 eingeweiht. „Das muss eine riesige Veranstaltung gewesen sein“, meint Köhler, „das waren ja Promis.“ An der Stelle unweit des Neuen Rathaus wurde der Wall abgeschliffen und in einen Park umgewandelt, wo heute der beiden Wissenschaftler gedacht wird.

Vor allem in den vielen Parks, durch die der um 1765 errichtete Wall unterbrochen ist, wurden viele exotische Bäume gepflanzt, weiß Busse. Zu Linden und Buchen gesellen sich dort Robinie, Esche, Ahorn, Weißdorn oder Haselnuss – viele kommen aus anderen Teilen der Erde.

820 Bäume hat die Stadtverwaltung aktuell erfasst – über die Hälfte davon sind Linden, die den Wall säumen. „Die Bepflanzung ist längst nicht so dicht wie früher“, erklärt Busse. Früher war der Wall an vielen Stellen blickdicht, heute ist das Gegenteil der Fall. Damit wird der Blick auf viele Bauwerke davor und dahinter frei. Der Wall führt an ehemaligen Mühlen und anderen Bauwerken vorbei. Oder eben nicht mehr – in Nachbarschaft des später errichteten Bahnhofs stand einst die Neue Anatomie. Sie wurde durch einen Bombenagriff 1945 zerstört und nicht wieder aufgebaut.

An 22 Stellen entlang des Stadtwalls gibt es historischen Ansichten des Stadtwalls zu entdecken, die Zeichnungen und Fotografien reichen bis in die Anfangsjahre zurück.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.