Die Töchter der Stadt sollen genauso präsent sein wie Männer

Grünen-Aktion in Göttingen: Starke Frauen an Männer-Denkmälern

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Frauen-Bilder an Männer-Denkmälern. Grüne-Frauen machten am Weltfrauentag auf starke Göttinger Frauen aufmerksam, stellten Fotos von diesen auf.

Göttingen. In einer Aktionsreihe zum internationalen Frauentag haben Grüne-Frauen Gesichter gezeigt: Zu sehen sind die Porträts von Frauen, die in und für Göttingen gewirkt haben und es aus Sicht der Grünen-Frauen verdient hätten, ein Denkmal gesetzt zu bekommen.

Die Initiatorin, Katharina Jacobi, beschreibt die Aktionsreihe so: „Wir wollen, dass die Töchter Göttingens im öffentlichen Raum genau so präsent sind, wie die Söhne Göttingens. Daher geben wir ihnen ein Gesicht – da, wo die Männer stehen und das weibliche Pendant fehlt.“

Willkommene Beistell-Figur des Aktionstags ist im Lichtenberg-Jahr 2017 die Figur von Georg Christoph Lichtenberg, der gleich zweimal in der Göttinger Innenstadt zu sehen ist. Ratsfrau Susanne Stobbe sagt: „Dorothea Schlözer hingegen hat kein Denkmal. Und das, obwohl der Landesfrauenrat die Stadt Göttingen zu Recht als Frauenort Dorothea Schlözers ausgezeichnet hat.“

Schlözer war Universalgelehrte und deutschlandweit die zweite Frau, die einen Doktortitel errungen hat – an der Uni Göttingen. Davon zeugt in der Uni-Stadt eine Wandtafel.

Ebenfalls ihrer Zeit voraus war Lou Andreas-Salomé, die eine bedeutende Rolle im wissenschaftlichen und künstlerischen Diskurs ihrer Zeit spielte und 1915 in ihrem Göttinger Wohnhaus die erste psychoanalytische Praxis der Stadt eröffnete. Jacobi: „Nicht weniger hätte Emmy Noether ein Denkmal verdient. Sie war eine der bedeutendsten Mathematikerinnen und zählt zu den Wegbereiterinnen der modernen Algebra.“

Besondere Bedeutung für die Stadt und für die deutsch-französische Völkerverständigung hat die Chansonsängerin Barbara, die mit ihrem Chanson „Göttingen“ die Stadt über die Bundesgrenzen hinaus bis ins Landesinnere Frankreichs berühmt machte. Viola von Cramon, Grüne-Bundestagskandidatin, meint: „Auch ihr wollten wir ein Denkmal geben. Sie auf den Wilhelmsplatz neben den Landesvater zu stellen, ist ihrer würdig.“

Die Grünen machen mit ihrer Aktion neben historischen Frauenfiguren auch auf Frauen aufmerksam, die aktuell wirken und Geschichte schreiben könnten. Die ehemalige HNA-Journalistin Ines Pohl wird daher symbolisch in ein Buch gelegt.

Aber nicht alle bedeutenden Töchter Göttingens konnten wir bei unserer Aktion berücksichtigen“, sagt Susanne Stobbe. Daran wird deutlich: Es gibt nicht zu wenige tolle Frauen. Ihnen wird nur oft zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.“

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