Besuch der Uni-Stadt

Grünen-Fraktionschef Hofreiter: Göttingen braucht Schutz gegen Hitze und Starkregen

Lastenräder statt Lieferfahrzeugen in der Göttinger Innenstadt: Leila Morgenroth (rechts) stellte Doreen Fragel, Jürgen Trittin und Anton Hofreiter (von links) die Initiative Leila liefert vor.
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Lastenräder statt Lieferfahrzeugen in der Göttinger Innenstadt: Leila Morgenroth (rechts) stellte Doreen Fragel, Jürgen Trittin und Anton Hofreiter (von links) die Initiative Leila liefert vor.

Die Uni-Stadt Göttingen muss sich stärker gegen Hitzewellen und Überschwemmungen schützen. Das hat Anton Hofreiter, der Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion, bei einem Besuch der Universitätsstadt gefordert. 

Mehr Stadtgrün und Maßnahmen zur Rückhaltung von Regenwasser seien Bausteine entsprechender Strategien.

„Hitzewellen sind die tödlichste Folge des Klimawandels“, erklärte Hofreiter, der mit der grünen Oberbürgermeisterkandidatin, Doreen Fragel, und dem grünen Bundestagsabgeordneten, Jürgen Trittin, einen Spaziergang durch die Innenstadt unternahm.

Der Hitze, so Hofreiter, lasse vor allem Ältere und Geschwächte „leise daheim“ sterben. Unter anderem begrünte Fassaden und Dächer senkten die Temperaturen deutlich. „Darüber wird in Göttingen seit zehn Jahren ohne nennenswerte Ergebnisse diskutiert“, klagte die Naturschutzbeauftragte der Stadt, Diplom-Biologin Britta Walbrun.

Sie machte sich für einen Lückenschluss des Stadtwalls, der grünen Lunge der Innenstadt, über den bisher asphaltierten Albaniplatz hinweg stark. Tatsächlich habe die Stadt Fördergelder des Bundes eingeworben, die unter anderem dafür gedacht seien. Ausgerechnet dieser Teil der Planungen drohe nun aber verworfen zu werden. Stattdessen solle für 500 000 Euro der Radweg durch den Cheltenhampark entsiegelt werden. „Völliger Quatsch“, schimpfte Hofreiter. Viele Bürger, so Fragel, kämpften vehement für jeden einzelnen der durch die Planungen bedrohten Albani-Parkplätze.

Eine „mutige Politik“ forderte Trittin ein. Das Göttinger Jugendparlament würde die Umwandlung des Albaniplatzes in einen Park mit Liegewiese, Fitnessgeräten, Basketballkörben und Tischtennisplatten begrüßen, betonte Sprecher Jakob Büchner. Für einen solchen „nichtkommerziellen Raum“, wo junge und alte Menschen sich treffen können, sprach sich Hofreiter aus.

Mit der Klimaerwärmung nehme die Luft mehr Wasser auf, was dann zu häufigeren Starkregen führe, warnte der Fraktionsvorsitzende. Im Oberzentrum, ergänzte der grüne Ratsherr, Rolf Becker, drohe Gefahr durch Regenwasser, das vom höher gelegenen Göttinger Wald zur Leine hin abfließe. Es lasse sich eventuell in Zisternen im Bereich des Albaniplatzes und des Cheltenhamparks auffangen.

Um etwas gegen den Klimawandel zu tun und gleichzeitig die emotional geführte Parkplatzdiskussion zu beenden, trat Hofreiter für eine Stärkung des Busverkehrs ein. „Da die Stadt aufgrund ihrer angespannten Finanzlage uns die dafür benötigten Zuschüsse bei den Personal- und Treibstoffkosten nicht gewähren kann, brauchen wir Hilfe vom Bund“, erklärte Michael Neugebauer, der Geschäftsführer der Göttinger Verkehrsbetriebe. Dann müssten aber auch nachweislich mehr Bürger den Bus nutzen, verlangte Hofreiter. Gegen solche Leistungskontrollen verwehrten sich aber die Bundesländer.

Professor Stephan Herminghaus vom Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation warb für das EcoBus-System, bei dem Kunden einen Bus direkt vor ihre Tür bestellen können. Leila Morgenroth stellte den Lastenrad-Lieferdienst Leila liefert vor – eine Alternative zu Lieferfahrzeugen. (Michael Caspar)

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